Leider Nein (X - die Sommerausgabe)

15. August 2008 um 16:40
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Na, zurück aus den Ferien? Gebräunt und gestählt für den IT-Herbst? Schön dass Sie wieder da sind. Wir waren immer da und haben uns in der hohen Kunst des Auslassens, Nicht-Bringens und In-den-Papierkorb-Schmeissens geübt. Nicht verpasst haben Sie also die umwerfende Nachricht, dass die Universität Twente Pflastersteine entwickelt hat, die Stickoxide in umweltverträgliche Nitrate verwandeln. Nitrate? War da nicht mal was mit Kopfsalat und Nitraten? Wollen die Holländer ihr Gemüse nun mit Pflastersteinen düngen? Schmecken tuts ja eh schon so...
Auch ausgelassen haben wir die Nachricht, dass "Österreicher Erste-Hilfe-Muffel" seien. Ehrlich gesagt: Ich will jetzt lieber auch keine erste Hilfe.
Dass die wilde Generation der 80er-Jugend unterdessen an den Fleischtöpfen des Marketings angelangt ist, sahen wir an diesem Betreff eines Veranstaltungshinweises: "Feuer und Flamme für den DirectDay 2008 - Jetzt anmelden". Irgendwie dachten wir die Parole mit "Feuer und Flamme" sei anders gegangen. Irgendwas mit "Patriarchat" oder so.
Auch nicht gebracht haben wir den Hinweis, dass die offizielle Feier des liechtensteinischen Staatsfeiertags samt der Feldmesse heute ab 9.15 live im Internet übertragen wird. Dabei haben wir etwas verpasst. Erbprinz Alois von Liechtenstein sagte nämlich daselbst, die Zeit sei gekommen, "unser System der Rechts- und Amtshilfe im Bereich der Steuern auf eine neue Grundlage zu stellen." Ist Erbprinz Alois ein 80er? Feuer und Flamme dem Steuerparadies? Wir wissen es nicht, denn unser Finger war wieder mal zu schnell am Delete-Knopf.
Kein "Cyberwar" auf inside-it.ch
Jeder Krieg ist auch ein Propaganda-Krieg. Schon von Napoleon sagte man, seine Stärke habe vor allem darin gelegen, sich als ersten zum Sieger einer Schlacht zu erklären. Und man weiss ja: Gut kommuniziert werden Behauptungen zur historischen Wahrheit. Seitdem Kriege mit humanitären Notlagen begründet werden, hat das Gewicht der Propaganda zugenommen.
Waren die Meldungen über russische Angriffe auf georgische, meistens regierungseigene Webseiten Propanda? Wer führte den "Cyberkrieg in Georgien?" Gibt es das "Russian Business Network" wirklich und wer steht dahinter? War gar der bösartige Spam-Angriff mit der gefälschten Selbstmordrohung von letzter Woche ein Werk dieses bösartigen Netzwerks und damit vielleicht gar der russischen Geheimdienste, wie "20 Minuten" spekulierte? Oder doch alles nur das Werk von wildgewordenen patriotischen Skript-Kiddies (Cnet)?
Entsetzt über den Krieg und überfordert vom halbverstandenen Techie-Buzz im Internet haben wir diese Woche auf Meldungen zum "Cyberkrieg" verzichtet. Lieber nichts schreiben, als zum Instrument von Propaganda zu werden. Richtig oder falsch?
350'000 Webseiten
Ebenfalls unterschlagen haben wir eine revolutionäre Neuerung. Den "Medienbooster - Das Schweizer Mediennetzwerk der Zukunft." Auf dem Medienbooster kann man nämlich ab nur 120 Franken seine Pressemitteilungen auf "über 3000 Schweizer Domain-Namen und über 350'000 einzelnen Webseiten" publizieren. Auch Filme und Tondokumente sind kein Problem. Wie schön: Da braucht es mich ja nicht mehr. Ich geh jetzt also. (Christoph Hugenschmidt)

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