Totalumbau des weltweit zweitgrössten PC-Herstellers. Ex-Acer-Boss Lanci wird EMEA-Chef.
Der nach verkauften Stückzahlen gemessen zweitgrösste PC-Hersteller Lenovo stellt seine Organisation völlig neu auf. Statt wie bisher in drei Einheiten (reife Märkte, Wachstumsmärkte und China) aufgeteilt, gibt es ab 2. April nun vier Einheiten.
Neu wird die Lenovo-Organisation in vier geografische Einheiten strukturiert, wie wir einem Statement, das inside-channels.ch vorliegt, entnehmen: Asien-Pazifik und Lateinamerika, Nordamerika, China und EMEA. Die neue Einheit EMEA (Europa, mittlerer Osten und Afrika) wird ebenfalls ab 2. April durch den Branchenveteranen Gianfranco Lanci geleitet. Lanci war bis letzten März CEO des Lenovo-Erzrivalen Acer. Er verliess den
taiwanischen PC-Hersteller in Unfrieden, nachdem dessen Umsatz vor einem Jahr massiv eingebrochen war.
Milko Van Duijl bekommt die Verantwortung für Asien und Lateinamerika, der bisherige USA-Chef David Schmoock übernimmt die Nordamerika-Einheit während das Business im wichtigen Heimmarkt China weiterhin von Chen Xudong verantwortet wird.
Lenovo betont in dem Statement, dass die Reorganisaton keine Änderung an der Strategie bedeute: "This is a structural change, not a strategy change", heisst es in dem Statement. Der chinesische Hersteller, der 2004 die PC-Abteilung von IBM übernommen hatte, setzt darauf die bestehenden, "reifen" Märkte wie etwa die Schweiz zu verteidigen, während man in rasch wachsenden Märkten den Marktanteil aggressiv ausweitet.
Lanci ein Risiko?
Lenovo-CEO Yuanqing Yang schreibt in einem internen Mail, das von Lenovo im Pressestatement zitiert wird: "Our new organizational structure will accelerate our end-to-end operational speed."
Doch ob es ein geschickter Schachzug ist, den ehemaligen Acer-Chef an Bord von Lenovo zu holen, darüber streiten sich die Geister. Unter Lancis Ägide ist es Acer zwar gelungen, den US-Hersteller
Gateway zu übernehmen geführt hat. (Christoph Hugenschmidt)