Lenovo rüstet sich für Post-PC-Ära

7. Mai 2012 um 15:09
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Die "Hou PC Shidai" (Post-PC-Ära) ist ein Thema, das die IT-Industrie in Taiwan und China seit vielen Jahren beschäftigt, so auch die Lenovo Group.

Die "Hou PC Shidai" (Post-PC-Ära) ist ein Thema, das die IT-Industrie in Taiwan und China seit vielen Jahren beschäftigt, so auch die Lenovo Group. Wie der chinesische PC-Riese heute mitteilte, plant er für die Ausweitung der Produktpalette auf Smartphones, Tablets und andere mobile Geräte rund fünf Milliarden Yuan Renminbi oder umgerechnet etwa 800 Millionen Dollar in den Bau einer neuen Produktionsstätte in Wuhan zu investieren.
Die zentralchinesische Millionenstadt in der Provinz Hubei am Yangtsekiang gilt neben Chongqing als neues Mekka für die globale ITK-Industrie, weil sie vergleichsweise niedrige Löhne mit einer günstigen Infrastruktur paart. Ausserdem birgt Wuhan mit der Donghu New Technology Development Zone den zweiten herstellerunabhängigen Schauplatz für High-Tech-Produkte des Landes. Nummer eins ist das auch als "Chinas Silicon Valley" bezeichnete Zhongguancun, ein Strassenviertel im Nordwesten von Peking. Dort tummeln sich auf engstem Raum teils über zig Stockwerke verteilt Tausende Firmen, angefangen von internationalen Markenunternehmen wie IBM und Microsoft über chinesische Riesen wie Lenovo und Founder bis hin vielen kleinen Start-ups.
Lenovo verspricht sich von der neuen Produktionsbasis in Wuhan, die im Oktober 2013 den Betrieb aufnehmen soll, für 2014 schon einen Jahresumsatz von zehn Milliarden Yuan oder 1,59 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von fünf Jahren soll sich der Umsatz dann auf 50 Milliarden Yuan verfünffachen.
Im Vorjahr hat der chinesische PC-Riese bereits eine sogenannte Mobile Internet Digital Home Group ins Leben gerufen, die damit betraut ist, neue Produkte wie Smartphones, Tablets und Smart-TVs zu entwickeln, die in der Lage sind, mit mobilen Geräten zu kommunizieren. Wie Lenovo-Chef Yuang Yuanqing sagte, rechne er damit, dass die neue Produktionsanlage in Wuhan massgeblich dazu beitragen werde, die eigene Innovationskraft zu stärken und die Lieferkette zu optimieren. Somit gewinne man eine solide Grundlage für einen breiteren Marktzugang.
In China im vierten Quartal 2011 nach Apple schon Nummer zwei der Tablet-Hersteller, stand Lenovo damals auf dem Weltmarkt damit erst am Anfang und kam in dem Quartal laut IDC nur auf einen globalen Marktanteil von 1,6 Prozent. Mit Smartphones ist der chinesische Hersteller noch nicht auf dem Weltmarkt.
Angriffe aus dem Tablet-Lager machten die Marktforscher von IDC mit dafür verantwortlich, dass der PC-Weltmarkt im ersten Quartal 2012 mit einem mageren Jahresplus von 2,3 Prozent eher stagnierte. Auch HP auf Platz 1 konnte mit 3,2 Prozent nur minimal zulegen, Lenovo hat sich dagegen mit einem Jahreszuwachs von 44 Prozent und einen Marktanteil von 13,4 Prozent den zweiten Platz gesichert.
Wie das Beispiel Acer zeigt, weiss Lenovo aber auch, dass der eigene Erfolg umso mehr angreifbar macht und die PC-Bäume nicht ewig in den Himmel wachsen können.
Wer das Wort von der "Hou PC Shidai" oder Post-PC-Ära aufgebracht hat, ist heute wohl nicht mehr nachzuvollziehen. Aber sehr früh hat Acer-Gründer Stan Shih es im Munde geführt, um die IT-Industrie Taiwans zu mahnen, nach Auswegen zu suchen, um von der übergrossen Abhängigkeit von PC-Hardware loszukommen. Denn schon früh war klar, dass die Margen für solche Standardprodukte immer mehr schrumpfen würden. (kh)

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