Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ist bei Lenovo der Gewinn um 51 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 105 Millionen Dollar regelrecht eingebrochen. Damit bleiben die Gewinne
wie im letzten Jahr weiter stark rückläufig. Aber selbst der Umsatz blieb in dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal 2015 trotz einem Plus von drei Prozent mit 10,7 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen der Analysten zurück.
Nun soll ein Restrukturierungsprojekt aufgegleist werden, dem rund 3200 Stellen ausserhalb der Produktion zum Opfer fallen sollen. Bei Lenovo Schweiz weiss man derzeit nur, was in der Pressemeldung des Konzerns steht, erklärte Pressesprecherin Priska Roelli gegenüber inside-it.ch. Zu allfälligen Auswirkungen der angekündigten Restrukturierung auf die hiesige Ländergesellschaft, könne man deshalb (noch) nichts sagen.
Wie der Konzern
mitteilt habe man unter anderem den weiterhin schrumpfenden PC-Markt zu spüren bekommen. Zwar seien die Marktanteile auf 20,6 ausgebaut worden, aber die Profitabilität habe trotz höherer Margenanteile gelitten.
Insbesondere seien aber die mit der
Übernahme von Motorola mit der zunehmenden Konkurrenz zu kämpfen, schreibt der Konzern. Ganz anders habe das Smartphone-Geschäft in der EMEA-Region ausgesehen, wo 153 Prozent mehr Gerät verkauft worden seien. Allerdings waren auch hier die PC-Verkäufe um fünf Prozent rückläufig, wobei trotzdem Lenovos Marktanteil um 1,9 Prozent auf 19,9 Prozent gestiegen sei.
Lenovo will sich nun mit einmaligen Kosten von 600 Millionen Dollar neu aufstellen und der Abbau der 3200 Stellen soll bereits in der zweiten Jahreshälfte Einsparungen von 650 Millionen Dollar bringen. Konkret soll die Mobile Business Group (MBG) mit der Smartphone-Entwicklung reorganisiert und das Produktportfolio mit weniger, dafür aber mit klarer differenzierten Modellen neu ausgerichtet werden. Eine Neupositionierung soll zudem in der Enterprise Business Group erfolgen, um unter anderem auch preislich wettbewerbsfähiger zu werden. Ein weiteres Ziel sei schliesslich, schneller auf 30 Prozent Marktanteil im PC-Geschäft zu kommen. Dazu will Lenovo über Konsolidierungen und Kostensenkungen noch effizienter werden, um "nachhaltig und profitabel" wachsen zu können. (vri)