Libra: US-Delegation und Gründungsmitglieder weiterhin mit Bedenken

26. August 2019, 12:35
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Die von Facebook geplante neue Digitalwährung Libra soll von der in Genf ansässigen Libra Association verwaltet werden.

Die von Facebook geplante neue Digitalwährung Libra soll von der in Genf ansässigen Libra Association verwaltet werden. Daher hat sich nun eine Delegation des US-Repräsentantenhauses mit Vertretern der Schweizer Finanzbehörden getroffen, um regulatorische Fragen zu erörtern.
Angeführt von der derzeitigen Vorsitzenden des US-Banken-Ausschusses, Maxine Waters, traf sich die US-Delegation laut einer Medienmitteilung des Repräsentantenhauses mit Vertretern des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF), der Finma sowie mit Datenschutzbeauftragten. Gegenstand der Gespräche sei das von Facebook geplante Libra-Projekt gewesen.
Waters bedankte sich in der Stellungnahme für das Treffen, hielt aber auch fest, dass sie weiterhin Bedenken habe "einem grossen Technologieunternehmen zu erlauben, eine privat kontrollierte, alternative globale Währung zu schaffen." Nun gelte es nach vorne zu schauen, um weitere "Angelegenheiten im Rahmen der Zuständigkeit des Ausschusses zu prüfen", hiess es in der Mitteilung.
Facebook-Kritikerin Waters ist nicht allein mit ihren Bedenken
Bereits nach der Ankündigung von Facebook vor gut einem Monat forderte Waters den US-Konzern dazu auf, die Libra-Pläne solange auf Eis zu legen, bis die Bedenken der Behörden bezüglich Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung sowie dem Finanzsystem und der nationalen Sicherheit ausgeräumt seien.
Bedenken gibt es auch von anderer Seite: mindestens drei der Libra-Gründungsmitglieder diskutieren darüber, wie sie sich von dem Projekt distanzieren können, berichtete die 'Financial Times' (Paywall). Grund dafür ist das zunehmende "regulatorische Rampenlicht", dass das Projekt mit sich bringt. Die Gründungsmitglieder erwägen deshalb, ihre Unterstützung einzustellen, da sie befürchten, dass ihre Beteiligung die Aufmerksamkeit auf ihre eigenen Geschäfte lenken könnte.
Die Digitalwährung Libra soll ähnlich wie der Bitcoin auf der Blockchain-Technologie basieren, unterscheidet sich aber hinsichtlich des Zugangs und Transparenz klar von der bekannten Kryptowährung. Auch soll Libra ohne grosse Kursschwankungen auskommen, da die Währung etwa an den US-Dollar, den Euro und weitere Devisen gebunden werden soll. Der Start von Libra ist im nächsten Jahr geplant. (Keystone-sda/nif)

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