Lidl-Mutter steigert das Tempo beim Cloud-Gang

13. Mai 2020 um 10:06
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Die Schwarz-Gruppe übernimmt eine IT-Firma, weil sie nach Amazon-Vorbild ins Cloud-Business einsteigen will.

Der deutsche Detailhandelsriese Schwarz Gruppe – Besitzer von Lidl – arbeitet laut Medien mit Hochdruck daran, seine eigene IT-Abteilung zu einem strategischen Geschäftsfeld auszubauen. Nach dem Vorbild von Amazon plant der Konzern, IT-Services für externe Kunden anzubieten.
Ein neues Element ist die per 1. Mai vollzogene Übernahme der Heilbronner IT-Firma Camao IDC. "Damit sichert sich die Schwarz Gruppe notwendige Ressourcen für den Ausbau ihres künftigen Cloud-Geschäfts, während Camao seinen Wachstumskurs weiter vorantreiben kann", heisst es dazu.
"Als technologisches Rückgrat der Schwarz-Gruppe bauen wir die Kapazitäten der IT-Organisation konsequent aus", erklärt IT-Leiter Christian Müller in der Mitteilung.
Der Deal sichert "Ressourcen in einem wichtigen Bereich der Digitalisierung", so Müller mit Verweis darauf, dass rund 70 Informatiker neu zur Schwarz Gruppe stossen werden. Allerdings bleibe Camao IDC unter dem bisherigen Namen aktiv und soll nicht mehr als die Hälfte seines Geschäfts mit der Schwarz-Gruppe machen, schreibt die lokale Zeitung 'Stimme' aus Heilbronn.
Camao IDC entwickelt insbesondere webbasierte Plattformen für B2B- und B2C-Kunden unterschiedlichster Branchen, ebenso Software-Lösungen zur Digitalisierung von Unternehmensprozessen. Zur Beteiligung gehöre auch eine Tochtergesellschaft, die auf Mixed-, Augmented- und Virtual-Reality-Produkte im B2B-Sektor spezialisiert ist und hinter der deutschen Plattform XRGO steht.
Die 70 Mitarbeitenden sind auch nur ein kleiner Teil der Digitalisierungspläne der Schwarz-Gruppe. Die Schwarz-Gruppe, mit einem Jahresumsatz von 104,3 Milliarden Euro der grösste Handelskonzern Europas will nahe Heilbronn bis 2025 einen IT-Projektcampus bauen, der die aktuell 3000 IT-Mitarbeitenden beherbergen soll.
"Die Corona-Krise beschleunigt die Digitalisierung", sagte ein Schwarz-Sprecher zur 'Lebensmittelzeitung'. 20'000 Server habe man in Betrieb und plane zusätzlich zu den bestehenden Rechenzentren weitere Standorte, darunter eines mit 10'000 Quadratmetern Fläche.
Erste Anwendungen für externe Kunden gebe es bereits: Darunter falle die 2019 von SAP übernommene Mobility-App "TwoGo", die "von zahlreichen grossen Unternehmen" genutzt werden soll, so der Konzern laut 'Lebensmittelzeitung'.

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