Bereits im Sommer haben wir über die
Probleme rund um die luzernische Schulsoftware Educase berichtet. Der Softwarelösung von Basenet Education aus Sursee wurden schon damals mangelnde Funktionalitäten sowie Probleme bei der Performance und der Migration von alten Datensätzen vorgeworfen. Der Luzerner Regierungsrat hat nun zu einer entsprechenden Anfrage von GLP-Politiker Urs Brücker Stellung genommen.
Die Luzerner Kantonsregierung räumt dabei ein, dass nach wie vor Probleme mit der Software bestehen. Ein Test Ende August hätte gezeigt, dass nur rund die Hälfte aller Funktionen den geforderten Ansprüchen genügen würden. Bei der anderen Hälfte seien noch Nachbesserungen nötig. "Ebenso zeigt sich, dass die Performance der Software weiter optimiert werden muss", hält der Regierungsrat in seiner Antwort fest.
Probleme von Anfang an
Ebenfalls räumt die Regierung ein, dass bereits bei einer der ersten Projektsitzungen festgestellt worden sei, dass Basenet prioritäre Funktionen gar nicht standardmässig anbietet. Diese mussten jeweils vom Lieferanten spezifisch entwickelt werden. Das Modul "Musikschulen" weist laut der Antwort des Regierungsrates bis heute nicht den gewünschten Reifegrad auf. Als Grund für die Verspätung in der Umsetzung werden zudem ein bereits zum Vertragsabschluss überholter Zeitplan sowie die Corona-Pandemie angegeben.
Aufgrund der fehlenden Produktreife musste gar der Rollout in den grösseren Luzerner Gemeinden verschoben werden. "In den Gemeinden herrscht grosse Unzufriedenheit", wird der Initiant der Anfrage zitiert. In der 'Zuger Zeitung' wurde zudem bekannt, dass in der Sache vonseiten des Kantons ein Mediationsverfahren eingeleitet worden sei. Auf die Vorwürfe angesprochen, nahm die Firma Basenet gegenüber 'Zentralplus' Stellung: "Alle Parteien sind überaus bestrebt, das Projekt erfolgreich umzusetzen."
Der Luzerner Regierungsrat hat dem Entwickler eine Nachbesserungsfrist von 2 Monaten gewährt und eine neue Gesamtterminplanung erstellt. Er geht davon aus, dass bei einem erfolgreichen Abschluss des Projekts der Datenaustausch zwischen dem Kanton und den Gemeinden sowie unter den Gemeinden selbst effizienter und vor allem medienbruchfrei funktionieren könnte. Hierfür müsste die Software des Lieferanten allerdings noch weiter optimiert werden. Bis es soweit ist, werden die administrativen Kosten für die Software und das Personal weiterhin jeweils hälftig vom Kanton und den Gemeinden getragen.