Meineimpfung.ch: Ein Ende mit Schrecken

14. Mai 2021, 14:33
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Die Beteuerungen der Betreiber, dass der elektronische Impfausweis relauncht wird, sind Makulatur. Die Stiftung hat das Aus beschlossen. Was ist mit den Daten?

Ende März musste "meineimpfungen.ch", der "schweizerische elektronische Impfausweis", nach Berichten über schwere Sicherheitslücken vom Netz genommen werden. Die Betreiberstiftung versicherte, dass ein baldiger Relaunch geplant sei. Nun kommt das Aus, wie auf der Website mitgeteilt wird, meineimpfung.ch wird mit seinen bisherigen Funktionalitäten nicht mehr online gehen.
Die vorherigen Einschätzungen, dass die Plattform im Mai wieder online sei, hätten sich als nicht umsetzbar erwiesen. Ende April hatte eine Sprecherin noch verkündet: "Sämtliche identifizierten, kritischen Sicherheitslücken wurden behoben." Externe Tests, die damals angekündigt wurden, haben aber offenbar das Gegenteil ergeben. Ein sicherer Betrieb sei nicht mehr möglich, heisst es von der Stiftung nun.
Aber was ist mit den Daten? Es handelt sich immerhin um die Gesundheitsdaten der Nutzer: 450'000 Datensätze, darunter 240'000 von Covid-19-Geimpften sind auf meineimpfung.ch hinterlegt. Die Plattform wurde von der Stiftung im Auftrag des BAG betrieben.
Die Daten seien isoliert und gesichert worden, so die Stiftung. Aber: "Zum heutigen Zeitpunkt lässt sich nicht sagen, wann die Daten wieder zur Verfügung stehen." Man sei sich der Tragweite der Entscheidung bewusst, die der fehlende Datenzugang für die Nutzerinnen und Nutzer mit sich bringe und bedauere dies aufrichtig, heisst es beschwichtigend.
Die Stiftung für Konsumentenschutz rief Nutzerinnen und Nutzer bereits im März auf, ihre Daten von der Plattform herausgeben und dann löschen zu lassen. Eine "von der Pharmaindustrie finanzierte Stiftung mit einem solchen Verständnis von IT-Sicherheit und Transparenz" sei für die Verwaltung von sensiblen Gesundheitsdaten "inakzeptabel", hiess es.
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB), der ein formelles Verfahren gegen die Betreiber eröffnet hat, sowie das BAG seien informiert, heisst es nun von der Stiftung. Man wolle wöchentlich über den Stand der Aufräumarbeiten informieren.

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