Meineimpfungen beantragt Liquidation: Sind die Daten für die User verloren?

24. August 2021 um 15:28
image

Schlechte News für Benutzer: Die Betreiber des einstigen "schweizerischen elektronischen Impfausweises" behandeln keine Auskunftsbegehren mehr.

Die Stiftung Meineimpfungen hat bei der Stiftungsaufsicht ihre Liquidierung beantragt. Der Stiftungsrat habe sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen, da die finanzielle Situation die Fortführung des Stiftungszwecks nicht mehr erlaube, heisst es in einer Stellungnahme. Dieser umfasste den Betrieb der Plattform für den "schweizerischen elektronischen Impfausweis" sowie die Entwicklung der entsprechenden Technologie.
Das hat einschneidende Folgen für die einstmaligen Nutzer. "Die aktuell noch offenen Auskunfts- und Löschbegehren können leider nicht mehr beantwortet werden, was die Stiftung zutiefst bedauert", heisst es im Statement. Bis zum 19. August hatte das Support-Team 2816 Auskünfte erteilt und 363 Benutzerkonten gelöscht. 500 Löschungen und 1200 Auskunftsbegehren waren noch ausstehend. Gemäss früheren Angaben sind auf der Plattform 450'000 Datensätze, darunter 240'000 von Covid-19-Geimpften, hinterlegt.
Nun soll eine Konsultation mit der Stiftungsaufsicht, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb) das weitere Vorgehen weisen. Werde keine Lösung gefunden, "werden die Daten auf absehbare Zeit – allenfalls dauerhaft – unzugänglich bleiben", räumt die Stiftung ein.
Man habe alles darangesetzt, die notwendigen Mittel zu beschaffen, um diese Situation zu verhindern, heisst es weiter. Man hoffe, "dass die Mehrheit der Meineimpfungen-Nutzerinnen und -Nutzer ihre Daten aufbewahrt hat und dass die Impfnachweise zusätzlich in der Dokumentation bei den Gesundheitsfachpersonen hinterlegt sind". Falls dies nicht der Fall sei, solle man mit den jeweils impfenden Ärzten oder Apotheken Kontakt aufnehmen.
Im März war die Plattform Meineimpfung.ch, die als "schweizerischer elektronischen Impfausweis" dienen sollte und im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) betrieben wurde, nach Berichten über schwere Sicherheitslücken vom Netz genommen worden. Zunächst hiess es noch, ein baldiger Relaunch sei geplant. Im Mai musste die Stiftung dann einräumen, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr möglich sei und Meineimpfungen.ch in der bisherigen Form nicht wieder in Betrieb genommen werde.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

EU-Staaten wollen mehr Überwachung

Viele EU-Länder wollen die End-to-End-Verschlüsselung stark schwächen. Messenger-Dienste sollen zur Überwachung verpflichtet werden.

publiziert am 11.6.2024
image

Bundesrat soll Digitali­sierungs­vorhaben be­schleunigen können

Mit "Fast Tracks" sollen wichtige Projekte in der Verwaltung beschleunigt werden können. Vorgesehen sind interdepartementale Teams und eine unkomplizierte Finanzierung.

publiziert am 11.6.2024
image

E-Banking-App der ZKB zeigte falsche Konten an

Aufgrund einer "kurzzeitigen technischen Störung" zeigte die App teilweise Konten von falschen Personen an. Die Störung ist mittlerweile behoben.

publiziert am 11.6.2024
image

Europas Fesseln der Innovation: der hohe Preis des Digital Services und AI Acts

Eine Lockerung des Digital Services Act und des AI Act könnte dazu beitragen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Regulierung und Innovationsförderung herzustellen, schreibt KI-Unternehmer Christian Fehrlin in einem Gastbeitrag.

publiziert am 11.6.2024 1