Microsoft ändert Navision-Fahrplan

23. Oktober 2007, 14:20
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Die nächste Generation der bekannten Business-Software Navision (Dynamics NAV) erhält eine grundsätzlich Architektur und einen neuen Namen: 6.0

Die nächste Generation der bekannten Business-Software Navision (Dynamics NAV) erhält eine grundsätzlich Architektur und einen neuen Namen: 6.0
Microsoft verschiebt die Auslieferung der nächsten Version 5.1 der auch in der Schweiz sehr verbreiteten ERP-Lösung Navision (offiziell: Dynamics NAV) auf das zweite Halbjahr 2008. Dies schrieb der Entwicklungschef der Microsoft Business-Software-Familie Dynamics, Darren Laybourn, im "NAV Team Blog".
Die Verschiebung sei "very disappointing" für das ganze Entwicklungsteam, schreibt Laybourn, betont aber gleichzeitig, dass Navision mit der nächsten Generation einen grossen Schritt nach vorne machen werde. Deshalb nennt man die Version auch nicht mehr 5.1, sondern taufte sie gerade auf 6.0.
Tatsächlich wird NAV 6.x nicht mehr viel mit den älteren, bekannten Navision-Versionen zu tun haben. Statt der alten Zwei-Schichten-Architektur (Datenbank + Applikation) wird es eine moderne 3-Schichten-Struktur bekommen (Datenbank, Applikation, App-Server), wie man sie auch von Java-Programmen her kennt. Die 3-Schichten-Architektur wird, so Laybourn, die Integration der Lösung in andere Plattformen erleichtern.
Weiter wird NAV 6.0 gemäss dem Entwickungsleiter durchgehend Web-Services unterstützen und die Software wird auf die .Net-Plattform von Microsoft migriert.
Alle Auswertungen werden künftig mit den "Reporting Services" der Datenbank SQL Server gemacht und Microsofts Dokumenten-Management-Plattform Share Point wird tiefer integriert.
Noch mehr Rollen.
Für Anwender am wichtigsten dürfte aber sein, dass die Anwender-Rollen, im User-Inferface völlig überarbeitet werden sollen. Microsoft glaubt fest daran, dass rollen-basierte Systeme, in denen relativ flexibel definiert werden kann, welche Mitarbeitenden welche Informationen auf dem Bildschirm haben, die Zukunft von ERP-Systemen darstellen.
Performance-Probleme im 3-Schichten-Modell
Die Einführung einer - in der Java-Welt unterdessen schon klassischen - 3-Schichten-Architektur scheint Microsoft aber vor Probleme zu stellen. So berichtet Laybourn, man habe "gewisse Anpassungen" in den Designs gemacht, um die Performance zu verbessern und die Installation zu vereinfachen. Zudem soll der Code früher an Beta-Tester ausgeliefert werden, damit Microsoft mehr Feedback der Anwender integrieren kann. Und man will gewisse Features von NAV 6.0 bereits vorher als "Service Packs" zu NAV 4.0 ausliefern. So soll es Unterstützung für die Anbindung von mobilen Geräten an Navision 4.0 geben und die Performance in Zusammenarbeit mit der Datenbank SQL Server soll verbessert werden.
Zudem soll von den Kunden schon lange geforderte Features mit dem künftigen Service Pack für die zur Zeit aktuelle, aber noch an den wenigsten Orten wirklich eingeführte Version 5.0 ausgeliefert werden.
Microsoft sagt: "Jetzt migrieren"
Laybourn rührt in seinem langen, aber gut versteckten Blog-Eintrag nicht nur die Werbetrommel für das künftige NAV 6.0, sondern fordert Partner und Kunden auch auf, jetzt auf NAV 5.0 zu migrieren. Dies ist einfacher gesagt als getan, denn für Anwender, die noch mit der alten proprietären Navision-Datenbank arbeiten, kann dies je nach Individualisierungsgrad der Lösung recht aufwändig werden.
Wann NAV 6.0 in einer für die Schweiz lokalisierten Version verfügbar wird, steht noch in den Sternen. Laybourn schreibt, man werde nächstes Jahr nach ausgiebigen Beta-Tests durch Kunden und Partner Navision für "ausgewählte Länder" lokalisieren.
In einem Internet-Tagebuch eines Besuchers des zur Zeit stattfindenden Microsoft ERP-Kongresses Convergence fanden wir übrigens heute einen neuen Release-Plan für die NAV-Familie:
- Bis 2008: Weitere Lokalisierungen von NAV 5.0
- 1. HJ 2008: das oben erwähnte "Service Pack" für NAV 5.0
- 2. HJ 2008: NAV 6.0 (erste Länder)
- 2009: "Malta" (ein Zwischen-Release)
- 2010: "Mallorca" (ein neuer, "grosser" Release")
(Christoph Hugenschmidt)

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