Microsoft mürbe: Windows XP bleibt länger erhältlich

28. September 2007, 14:22
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Steve Ballmer weichgeklopft? XP bei grossen PC-Herstellern und Fachhändlern bis Mitte 2008 erhältlich.

Bei grossen PC-Herstellern und Fachhändlern bis Mitte 2008.
Nachdem es seit kurzem bereits kostenlose "XP Downgrades" für Kunden gibt, die einen PC mit vorinstalliertem "Windows Vista" gekauft haben, musste Microsoft nun ein weiteres Zugeständnis in Sachen Windows XP machen. Das ältere Betriebssystem darf von "OEM-Partnern" – den grossen PC-Herstellern wie HP, Dell, Acer, Fujitsu Siemens usw. – sowie von Softwarehändlern nun noch bis Ende Juni 2008 verkauft werden. Ursprünglich hätte damit Ende Januar Schluss sein sollen. (Kleinere Assemblierer, das war schon vorher geplant, können XP noch bis Ende Januar 2009 verkaufen.)
Die abgespeckte Windows XP "Starter Edition" für die Märkte in Entwicklungs- und Schwellenländern soll nun sogar noch bis Juni 2010 erhältlich bleiben.
Microsoft habe sich, so erklärte der für das Product Management von Windows zuständige Vice President Mike Nash (Bild), aufgrund des Feedbacks von Kunden zur Verlängerung entschlossen. Man habe herausgefunden, dass "es einige Kunden gibt, die noch ein bisschen mehr Zeit brauchen, um auf Vista zu wechseln." Die bisherigen Windows-Versionen blieben meistens rund zwei Jahre lang erhältlich, nachdem eine neue Generation erschienen war. Der Plan, XP schon nach nur einem Jahr aus dem Verkehr zu ziehen, sei "vielleicht ein bisschen ehrgeizig" gewesen.
Man kann die Verlängerung der Erhältlichkeit von XP als klares Eingeständnis Microsofts interpretieren, dass sich viele Unternehmens- und auch Privatkunden dagegen stemmen, bald auf Vista zu wechseln. Hätte Microsoft die "Harte Linie" beibehalten, hätten sich vielleicht sogar einige wieder Mal einen Wechsel zu Linux überlegt.
Günstige PCs machen Vista zu schaffen
Mike Nash beharrt jedoch auf dem Standpunkt, dass "Vista" eine Erfolgsstory sei: "Mit 60 Millionen Lizenzen, die wir bis in diesem Sommer verkauft haben, ist Vista immer noch auf dem Weg dazu, das sich am schnellsten verkaufende Betriebssystem in der Geschichte Microsofts zu werden."
Allerdings werden heute auch deutlich mehr PCs verkauft, als in früheren Jahren. Zu einem guten Teil sind dafür die immer mehr aufkommenden Billig- und "Sehr-Billig-PCs", die hardwaremässig karg ausgestattet sind, verantwortlich. Und gerade in diesem heute wichtigen Segment hat sich Microsoft mit dem hardwarehungrigen Vista ein Problem eingehandelt, wie auch Nash antönt: "Im Schnitt haben diese Maschinen zum Beispiel deutlich tiefere RAM-Kapazitäten, als PCs, die eher dem Mainstream entsprechen, und gerade in den Schwellenländern entwickeln sich diese PCs zu einer 'grossen Sache'. Unsere OEM-Partner signalisieren uns ein grosses Interesse, auch diese PCs mit Windows ausstatten zu können, zum Beispiel mit der "Starter Edition". (Hans Jörg Maron)

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