MIT baut KI-College für eine Milliarde Dollar auf

16. Oktober 2018, 12:56
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Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) will im September nächstes Jahr ein College für Künstliche Intelligenz eröffnen.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) will im September nächstes Jahr ein College für Künstliche Intelligenz eröffnen. Kostenpunkt: Rund eine Milliarde Dollar. 350 Millionen wurden bereits von Stephen Allen Schwarzman, Chef der Investmentgesellschaft Blackstone, gespendet. Das Institut wird darum auch seinen Namen tragen. Weitere 300 Millionen, habe man auch schon zusammen, schreibt das MIT in einer Mitteilung.
Rund 50 Stellen sollen neu geschaffen werden, darunter 25 für Computerwissenschaft. Weitere 25 Stellen sollen gemeinsam mit den übrigen MIT-Instituten bestimmt werden. Denn künftige Studenten sollen neben dem technologischen Wissen jeweils ein weiteres Studiengebiet belegen, etwa aus den Geistes- oder Naturwissenschaften. Es reiche nicht mehr aus, wenn man sich nur in Informatik auskenne, so das MIT. So müsse man etwa eruieren können, wie Machine Learning in den konkreten Feldern – man denke etwa an Biologie, Ökonomie oder Medizin – angewandt werden könne.
Im Gegenzug sollen auch Studenten und Forscher anderer Disziplinen in Sachen Computing und KI geschult werden. "Computing ist nicht mehr nur die Domäne der Experten. Es ist überall und es muss von fast jedem verstanden und beherrscht werden", so MIT-Präsident Rafael Reif.
Ein Schwerpunkt soll zudem auf ethischen Fragen liegen. Denn die enormen Veränderungen, die KI verursachen könne, müssten mit ethischen Richtlinien verbunden werden. In diesem Bereich sieht sich das MIT in der Pflicht: "Deshalb müssen wir sicherstellen, dass bei uns ausgebildete Führungskräfte der Welt nicht nur technologische Zauberei bieten, sondern auch menschliche Weisheit – das kulturelle, ethische und historische Bewusstsein, um Technologie für das Gemeinwohl zu nutzen", so Reif philanthropisch.
Spender Schwarzman wendet sich in der Mitteilung auch an die US-Regierung. Man habe dieser mit der Initiative bewiesen, dass massive finanzielle Investitionen in KI notwendig seien, um sicherzustellen, dass Amerika eine führende Stimme bleibe. "Es gibt keine wichtigere Herausforderung für unsere Nation, als die Macht der künstlichen Intelligenz verantwortungsvoll zu nutzen, damit wir global wettbewerbsfähig bleiben und Durchbrüche erzielen, die unsere gesamte Gesellschaft verbessern", so der Geschäftsmann.
Das "MIT Schwarzman College of Computing" wird mit allen fünf bestehenden Schulen des MIT zusammenarbeiten. Die Benennung als College unterscheidet sie von den fünf Schulen und signalisiert, dass sie eine institutsweite Einheit ist: Das College ist so konzipiert, dass die Querschnittsausbildung und -Forschung zu den Hauptaufgaben gehören.
Das Rennen um den globalen KI-Leadership
Das Rennen für die Führerschaft in Sachen KI geht damit weiter. In China hat im Mai die Stadt Tianjin angekündigt rund 16 Milliarden Dollar in KI-Projekte zu investieren, um das Reich der Mitte an die globale Spitze zu bringen.
Europäische KI-Forscher verkündeten dann im Juni im Rahmen eines Vernetzungsprojekts, dass man in Sachen KI den Anschluss an die USA und China nicht verlieren wolle, die auch der Entwicklung von KI dienen soll.
Auch in der Schweiz gilt das Thema KI als einer der Schwerpunkte der neuen bundesrätlichen Digitalisierungsstrategie, um die Schweiz zum "Epizentrum für AI" zu machen. (ts)

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