Zürcher Quantencomputer-Startup erhält 22,4 Millionen

31. Juli 2026 um 13:42
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Foto: ZuriQ

ZuriQ entwickelt einen Quantencomputer im Utility-Scale-Bereich mit einer nativen zweidimensionalen Ionenfallen-Architektur.

Das in Zürich ansässige Startup für Quantencomputing ZuriQ hat 22,4 Millionen Euro an Seed-Finanzierung eingesammelt. Damit will das Unternehmen seine Quantenprozessoren mit gefangenen Ionen weiterentwickeln und das Team erweitern. Die Finanzierungsrunde wurde laut einer Mitteilung von Quantonation angeführt, unter Beteiligung von Forward.one, Extantia, Firgun Ventures sowie aller Investoren der vorherigen Runde. In der Pre-Seed-Runde habe das Unternehmen bereits 4 Millionen ergattern können.
Wie ZuriQ in der Mitteilung schreibt, basieren die meisten Quantencomputer mit gefangenen Ionen auf einer zwei Jahrzehnte alten Architektur. Die Ionen würden in eindimensionalen Ketten mittels komplexer Verbindungsstrukturen grössere Gitter bilden. Hier setzt das Zürcher Startup auf von Natur aus zweidimensionale Prozessoren. So können sich die Ionen frei in allen Richtungen bewegen, ohne dass die Verbindungsstellen die Neukonfiguration einschränken.
Dazu erklärt Jonathan Home als wissenschaftlicher Berater des Unternehmens: "Die Anordnungen in einer Reihe erhöhen die Ionenanzahlen um jeweils eins; zweidimensionale Anordnungen hingegen wachsen proportional zur Chipfläche – auf einem Standardchip macht das den Unterschied zwischen einigen Dutzend und vielen Tausend Ionen aus." Wichtig sei auch, dass sich die Ionen dreidimensional frei bewegen lassen und somit viel flexibler miteinander verbunden werden können. "Diese Vernetzung ist es letztendlich, die einen Quantencomputer leistungsfähiger macht."

Prototyp in 18 Monaten

Laut Christophe Jurczak, Gründungspartner von Quantonation, zeige ZuriQ, dass es im Bereich der Quantenarchitekturen noch bedeutende und bahnbrechende physikalische Durchbrüche zu erzielen gilt. "Das wissenschaftliche Niveau des Teams ist Weltklasse, weshalb es ZuriQ auch so gut gelungen ist, globale Talente für sich zu gewinnen, um gemeinsam 2D-native Quantencomputer zu entwickeln, in denen gefangene Ionen-Qubits endlich die Freiheit haben, sich zu bewegen und miteinander zu verbinden."
Gegründet wurde ZuriQ 2024 von Pavel Hrmo, Tobias Sägesser und Shreyans Jain als Spin-off aus dem Labor von Professor Jonathan Home an der ETH Zürich, wie es weiter heisst. Seit der letzten Finanzierung sei das Startup von vier auf achtzehn Mitarbeitende gewachsen.
Seine native zweidimensionale Architektur teste ZuriQ aktuell an einem funktionsfähigen Demonstrator, der in 18 Monaten entwickelt wurde. Er bestehe aus einem 3x3-Array mit neun individuell steuerbaren Ionen. Dieses sei in Zusammenarbeit mit ETH-Forschern entstanden. Gemäss Mitteilung stellte Infineon als Fertigungspartner die zugrunde liegenden Chips her.


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