NatWest macht Pilotversuch für Voice Banking

12. August 2019, 14:57
  • fintech
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Kunden können via Smart Speaker von Google ihre Finanzen managen, nur mit ihrer Stimme.

Kunden können via Smart Speaker von Google ihre Finanzen managen, nur mit ihrer Stimme.
Die RBS-Tochter NatWest führt gegenwärtig einen zumindest für England einzigartigen Versuch mit Voice Banking durch. Im Pilotprojekt sollen 500 Personen die Möglichkeit testen, ihre Finanzen mit ihrer Stimme zu managen. Via den Google Assistant auf Smart Speakern von Google oder Android Smartphones können sie beispielsweise ihren Kontostand abfragen, was ihre letzte Transaktion war oder welche Transaktionen hängig sind. Die Antwort wird ebenfalls verbal ausgegeben. Auf Smartphones wird sie zudem auch auf dem Screen angezeigt.
Laut 'The Guardian' können im Pilotprojekt Informationen abgerufen, aber keine Transaktionen ausgelöst werden. NatWest habe aber angekündigt, dass die Technologie in Zukunft auch Geldtransfers oder das Bezahlen von Rechnungen ermöglichen könnte.
Momentan arbeitet NatWest nur mit Google beziehungsweise Google-Technologie für sein Voice-Banking-Projekt.
Wie steht's mit der Sicherheit?
Im Rahmen des Pilotversuchs müssen sich NatWest-Kunden via ihr normales Online Banking für das Voice Banking anmelden. Sie erhalten dann einen neuen Voice Pin und müssen einen Teil davon sagen, wenn sie Banking-Informationen abfragen wollen.
Sowohl Google als auch AWS (Alexa), Microsoft und Apple haben in den letzten Wochen und Monaten zugeben müssen, dass von ihren Spracherkennungssystemen aufgenommene Gespräche manchmal auch von Menschen abgehört werden.
Für inside-it.ch scheint es zudem auf der Hand zu liegen, dass die Bank selbst Kopien der Sprachaufnahmen erhalten und speichern muss, zumindest wenn es um Transaktionen geht. Dies, um später beispielsweise nachweisen zu können, dass eine Kunde eine bestimmte Transaktion auch tatsächlich in Auftrag gegeben hat.
Angesichts dieser Situation ist es erstaunlich, dass NatWest beziehungsweise RBS in seiner Pressemitteilung zum Thema mit keinem einzigen Wort auf Datenschutzbedenken oder andere Security-Bedenken eingeht.
Gemäss 'The Guardian' haben sich aber bereits Security-Experten mit solchen Bedenken gemeldet. David Emm von Kaspersky Labs mahnt demnach beispielsweise an, dass jemand die Stimme eines Banking-Kunden aufnehmen und so das Voice Banking knacken könnte. Auch vom Hersteller eines Geräts gespeicherte Aufnahmen könnten eine Gefahr darstellen, wenn sie in die Hände von Cyberkriminellen geraten.
Und ausserdem, so Emm weiter, sehe er nicht richtig, welches Problem denn Voice Banking eigentlich lösen könnte, wenn Kunden für jede Transaktion doch einen Pin eingeben (beziehungsweise "einsprechen") müssen.
RBS/NatWest dagegen glaubt, dass diese neue und intuitive Art des Bankings Kunden dazu bringen könnte, es zu benützen, die bisher noch vor Mobile oder Online Banking zurückgescheckt sind, weil ihnen diese Varianten zu kompliziert sind. (hjm)

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