Seit Montag, 29. März ist im Kanton Zürich eine neue Lösung für die Onlineanmeldung für einen Corona-Impftermin im Einsatz. Laut einem Bericht von 'SRF' ist der Start der neuen Plattform gut verlaufen, es sei zu keinen technischen Problemen gekommen.
Anders war dies beim ersten Anlauf mit dem System Onedoc. Es kam
immer wieder zu Systemabbrüchen. Nach dem Start am 30. Dezember 2020 seien im Kanton Zürich in der ersten Stunde nach der Freischaltung weit über 100'000 Zugriffe verzeichnet worden. Das Programm sei schlicht nicht auf eine Nachfrage in dieser Grössenordnung ausgelegt, erklärte Jan Fehr, Leiter des Impfzentrums der Universität Zürich, gegenüber Medien.
Neu kommt im Kanton Zürich das Tool Vacme zum Einsatz. Die Verknüpfung von Registrierung und Terminbuchung habe dazu geführt, dass das alte System dem grossen Ansturm nicht standhielt, schreibt uns die Gesundheitsdirektion auf Anfrage. Bei Vacme seien Registrierung und Terminbuchung getrennt. Zuerst werde die Registrierung abgeschlossen, dann könne man einen Termin buchen.
Nach den Problemen im Dezember habe der Kanton Zürich verschiedene Optionen evaluiert und sich schliesslich Mitte Februar entschieden, die Impfapplikation einzusetzen, die sich im Kanton Bern bewährt habe.
Eine Ausschreibung habe nicht stattgefunden, heisst es vom Kanton weiter. Auch Details zu den Kosten, "die im Rahmen des bewilligten Budgets liegen", nennt die Gesundheitsdirektion keine.
Vacme stammt von Berner Softwareentwickler DV Bern
Die Impfapplikation müsse den ganzen Prozess abbilden: Von der Registrierung, über die Terminbuchung und die Unterstützung des Impfprozesses im Impfzentrum, bis zum Impfnachweis. Vacme bilde diesen Prozess umfassend ab, so die Gesundheitsdirektion.
Entwickelt wurde Vacme von DV Bern, ein Softwareentwickler der laut 'Bund' unter anderem auch hinter der Steuerplattform Tax Me steckt. Das Gerüst von Vacme basiert auf dem Quellcode von Kibon.ch, einer Plattform für kantonale Betreuungsgutscheine. "Dort befinden sich bereits hochsensible Daten", sagte Gundekar Giebel, Sprecher der Berner Gesundheitsdirektion, der Zeitung.
Mit den Kantonen Bern und Zürich würde "über ein Viertel der impfwilligen Schweizer Bevölkerung künftig Vacme" nutzen, so Giebel in dem Bericht.