Open-Source-Friede im Kanton Bern

15. Juni 2009, 12:36
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Der Kanton will künftig "intensiv" mit der Open-Source-Community auf höchster Verwaltungsebene zusammenarbeiten - ausserhalb der Microsoft-Betriebssystemumgebung. Open-Source-Firmen verzichten auf eine Beschwerde wegen der ausschreibungslosen Auftragsvergabe an Microsoft.

Der Kanton will künftig "intensiv" mit der Open-Source-Community auf höchster Verwaltungsebene zusammenarbeiten - ausserhalb der Microsoft-Betriebssystemumgebung. Open-Source-Firmen verzichten auf eine Beschwerde wegen der ausschreibungslosen Auftragsvergabe an Microsoft.
Der Open-Source-Verband /ch/open hat heute eine gemeinsame Medienmitteilung mit der Finanzdirektion des Kantons Bern verschickt. In den vergangenen Wochen waren die beiden Parteien eher mit divergierenden Meinungen aufgefallen. Hintergrund ist der Anfang Mai bekannt gewordene.
Fronten aufgeweicht
Im Gegensatz zum Auftrag des Bundes, der zurzeit das ist mittlerweile abgelaufen. Zwar ist die Open-Source-Gemeinde nach wie vor überzeugt, dass freihändige Vergaben von Informatikaufträgen den Wettbewerb verzerren, doch der Kanton Bern konnte seine technischen, organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Gründe für die freihändige Vergabe an Microsoft offenbar "vertieft erläutern und darlegen".
Die Berner Informatikverantwortlichen hätten Interesse an einer engeren Kooperation mit der Open-Source-Community in den übrigen Bereichen der Kantonsinformatik signalisiert, heisst es in der gemeinsamen Mitteilung. Die Bereitschaft, auch in diesem Fall Beschwerde gegen die freihändige Vergabe einzureichen, war anfänglich offenbar hoch, doch durch "intensive Gespräche" zwischen der im Kanton zuständigen Finanzdirektion und den Open-Source-Dienstleistern konnten nun "die Fronten aufgeweicht werden." Der Kanton Bern habe zugesichert, dass er künftig intensiv mit der Open-Source-Community auf höchster Verwaltungsebene zusammenarbeiten und, wo zweckmässig, den vermehrten Einsatz von Open-Source-Lösungen ausserhalb der Microsoft-Betriebssystemumgebung fördern will.
Pendente Interpellation
Die Vereinbarung soll ebenfalls in der kommenden Antwort auf
die Interpellation von EVP-Grossrat Marc Jost thematisiert werden, die vom Grossen Rat in der Septembersession behandelt werden soll. (Maurizio Minetti)

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