Oracle baut im Cloud-Bereich weiter Stellen ab

3. Juni 2019, 08:00
  • cloud
  • oracle
  • strategie
  • schweiz
image

Ressourcen werden "ausbalanciert" und die Entwicklungsgruppe "umstrukturiert", so Oracle.

Ressourcen werden "ausbalanciert" und die Entwicklungsgruppe "umstrukturiert", so Oracle.
Im März wurde bekannt, dass Oracle Entlassungen plant. 'The Register' berichtete, dass in Seattle und dem Silicon Valley bereits insgesamt 390 Personen ihren Hut nehmen mussten. Trotz der grossen Cloud-Ankündigungen von Seiten Oracle wurden damals offenbar auch 40 Personen aus der Cloud-Infrastruktur-Gruppe in Seattle entlassen.
Der Aderlass im Cloud-Bereich geht laut Berichten weiter. 'GeekWire' schreibt, dass mittlerweile 300 Mitarbeiter aus den Cloud-Teams in Seattle ihren Job beim Tech-Konzern los seien. Während entlassene Ingenieure im Silicon Valley an älteren Cloud-Produkten – intern bekannt als Oracle Cloud Infrastructure Classic – arbeiteten, habe es in Seattle Leute aus dem Next-Generation-Cloud-Team erwischt.
Laut dem Medium soll es zu Konflikten zwischen den Cloud-Teams gekommen sein. 'GeekWire' mutmasst, dass es sich um einen Kampf um Hardware-Ressourcen handeln könnte. Grundlage für die Einschätzung ist die Bekanntmachung von Oracle, dass man im letzten Quartal 14 Prozent weniger für Hardware ausgegeben hatte. Um mit den drei grossen Hyperscalern AWS, Azure und Google mitzuhalten – das schon lange proklamierte Ziel von Oracle –, wären aber massive Investitionen nötig.
Erst im Oktober hatte Cloud-Chef Thomas Kurian nach 22 Jahren bei Oracle das Unternehmen verlassen. Schon damals war gemutmasst worden, dass hinter den Kulissen ein Konflikt schwelt und sich der Cloud-Chef mit Larry Ellison über die Strategie zofft.
Das Cloud-Business von Oracle geht nur schleppend voran, wie Analysten immer wieder betonen. Eine Analyse des Geschäfts erschwert Oracle aber mit nicht wirklich durchsichtigen Kombinationen von Geschäftsfeldern in der Bilanz: So wird seit dem letzten Jahr etwa das Cloud-Geschäft zusammen mit dem Lizenz-Support-Business ausgewiesen.
Seitens Oracle gibt man sich indes bislang optimistisch: "Als Prozentsatz unseres gesamten Software-Geschäfts hat sich Cloud bis heute mehr als verdoppelt im Vergleich zu vor drei Jahren und gibt uns die Möglichkeit, das Wachstum des gesamten Software-Umsatzes zu beschleunigen", sagte Co-CEO Safra Catz noch im März.
"Während unser Cloud-Geschäft wächst, werden wir kontinuierlich unsere Ressourcen ausbalancieren und unsere Entwicklungsgruppe umstrukturieren, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Mitarbeiter haben", erklärte man seitens Oracle nun auf Anfrage von inside-channels.ch. Die Schweiz sei vom Stellenabbau nicht betroffen, so ein Pressesprecher des Konzerns.
Im Januar betonte Kyle York, Vice President, Product Strategy, Oracle Cloud Infrastructure, im Gespräch mit inside-channels.ch, dass man "massiv investiert" habe und das Oracle-Cloud-Team 16'500 Mitarbeiter umfasse. Noch 2019 wolle man ein RZ in der Schweiz eröffnen, hiess es damals. (ts)

Loading

Mehr zum Thema

image

Frisches Kapital für Schweizer Firma Unit8

Das Lausanner Beratungsunternehmen Unit8 bekommt frisches Geld von Sagard Newgen. Die Investitionen sollen "die nächste Wachstumsphase" unterstützen.

publiziert am 9.12.2022
image

Pentagon verteilt seinen riesigen Cloud-Auftrag

Das Verteidigungsministerium musste das grosse Cloud-Projekt neu aufgleisen und umbenennen. Jetzt sind Milliardenzuschläge an Amazon, Google, Microsoft und Oracle gesprochen worden.

publiziert am 9.12.2022
image

Netrics gründet eine eigenständige Consulting Boutique

Die neue Firma namens Aliceblue bietet unter anderem Beratung im Bereich Cloud-Technologie. Das Team besteht aus IT-Veteranen.

publiziert am 8.12.2022
image

Apple riegelt seine Cloud ab und wirft den Schlüssel weg

Der Konzern plant ein rigides Verschlüsselungssystem für den hauseigenen Cloudspeicher. Usern gefällt das, den US-Straf­verfolgungs­behörden hingegen nicht.

publiziert am 8.12.2022