Photoshop wandert in die Cloud

4. Oktober 2011 um 09:52
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Der Photoshop-Hersteller will mit der "Creative Cloud" den schon bisher von ihm dominierten Content-Creation-Markt noch mehr an sich binden.

Der Photoshop-Hersteller will mit der "Creative Cloud" den schon bisher von ihm dominierten Content-Creation-Markt noch mehr an sich binden.
An der Anwenderkonferenz "Max" hat Adobe Systems gestern nichts Geringeres als "die radikale Neudefinition des Content-Creation-Prozesses" angekündigt. Die "Adobe Creative Cloud" soll zum "Brennpunkt der Kreativität" werden, der neben einer Datenaustauschplattform auch Zugang zu den Creative-Suite-Programmen wie Photoshop und InDesign bietet - sprich: die Creative Suite wird es neu per Cloud geben. Adobe will seine Cash-Cow daneben aber auch weiterhin in Form der klassischen Softwarepakete anbieten. Dennoch: Die Händler, die mit der Software immer noch eine ordentliche Marge einfahren, wird die Ankündigung kaum freuen. Zu den Preisen der Creative Cloud äussert sich der Hersteller noch nicht; Details sollen im November folgen. Man bekommt bloss zu wissen, dass das Grundangebot 20 GB Speicherplatz enthält.
Das mit der Creative Suite aus der Cloud kommt sowieso erst Anfang 2012. Die ersten Nutzniesser werden die Anwender der sechs Tablet-Apps sein, die der Hersteller unter dem Titel "Adobe Touch Apps" ebenfalls angekündigt hat. Sie seien ein integraler Bestandteil der Creative Cloud. Das Pièce-de-Résistance dürfte Photoshop Touch sein, das laut Hersteller erstmals die Kernfeatures von Photoshop aufs Tablet bringt.
Die Touch Apps gibt es mit einer Ausnahme vorerst nur für Android-Tablets. Eine Vermutung liegt angesichts des nach wie vor und laut Analysten auf absehbare Zeit dominierenden Marktanteils von Apples iPad nahe: Die "Android-First"-Strategie, die Adobe bei den Touch Apps fährt, ist nicht zuletzt eine Retourkutsche dafür, dass Apple Adobes Flash-Player partout nicht auf dem iPad und iPhone sehen will. Freude dürfte bei Google aufkommen, denn die Touch Apps bereichern den bisher ziemlich dürftigen Markt der Android-Apps, die wirklich aufs Tablet-Format angepasst sind, merklich.
Mittelfristig setzt Adobe für Tablet-Anwendungen aber dann doch auf mehrere Plattformen inklusive iOS. Dies beweist der Kauf der Softwarefirma Nitobi, Herstellerin der HTML5-Entwicklungsplattform PhoneGap, mit der sich Tablet- und Smartphone-Anwendungen für verschiedene Mobilplattformen nativ generieren lassen. (Urs Binder)

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