Polizei: Homeoffice erleichtert Datendiebstähle und Spital-Hacks

4. August 2020, 14:30
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Interpol bilanziert eine alarmierende Rate von Cyberattacken, die mit Covid-19 verknüpft sind.

Ein Assessment von Interpol zeigt, dass sich die Cyberkriminalität während der Corona-Krise weg von Kleinfirmen und Einzelpersonen hin zu Grossunternehmen, Regierungen und kritischen Infrastrukturen verlagert hat.
Für den Zeitraum von Januar bis April 2020 rapportiert die internationale Polizeiorganisation "etwa 907'000 Spam-Nachrichten, 737 Vorfälle im Zusammenhang mit Malware und 48'000 bösartige URLs", die alle mit Covid-19 zusammenhängen sollen.
Der rasche Wechsel von Firmen und Behörden auf Homeoffice und die Remote-Zugriffe auf IT-Systeme sei ausgenutzt worden, um Daten zu kopieren, Profite zu erzielen und allgemein Chaos zu stiften.
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Verteilung der Covid-19-bezogenen Cyberbedrohungen basierend auf Berichten von Mitgliedsländern (Grafik: Interpol)
Als Angriffsmethoden seien Phishing-Mails und speziell auch Remote-Access-Trojaner mit Covid-19-Bezug festgestellt worden; speziell Anfangs April habe man disruptive Malware-Attacken gegen kritische Infrastrukturen und Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler entdeckt.

Steigerungsraten von 788%

Nicht zuletzt habe es eine erhebliche Zunahme von Cyberkriminellen gegeben, die Domänennamen mit Schlüsselwörtern wie "Coronavirus" oder "COVID" registrieren. Konkret habe die Zunahme je nach Phase zwischen 569 und 788% betragen. Diese Websites ermöglichen viele "bösartige Aktivitäten" wie C2-Server oder die Verbreitung von Malware und Phishing, so Interpol. Des Weiteren wurden viele "Fake News" geschrieben und verbreitet.
Ein weiterer Anstieg der kriminellen Aktivitäten sei in naher Zukunft sehr wahrscheinlich, halten die Behörden fest. "Die Ergebnisse des Berichts unterstreichen erneut die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor, wenn wir die Bedrohung, die COVID-19 auch für unsere Cyber-Gesundheit darstellt, wirksam bekämpfen wollen", so der Interpol-Chef Jürgen Stock.
Interpol hat den Sitz im französischen Lyon und ist mit 194 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt.

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