Ransomware-Angreifer forderten mehrere Millionen von Griesser

27. April 2021 um 15:41
image

Der Schweizer Industriefirma wurden Daten entwendet. Sie will sich den Kriminellen aber nicht beugen.

Der Storenbauer Griesser wurde kürzlich Opfer eines Cyberangriffs. Unbekannte hatten die Server des Unternehmens mit der Ransomware Conti angegriffen. Entdeckt wurde der Angriff in der Nacht auf den 13. April.
Der Schaden war zu diesem Zeitpunkt bereits angerichtet: Die Täter hätten Systemdaten sowie andere Daten verschlüsselt und solche auch abgesaugt, sagt der Firmenchef Urs Neuhauser nun gegenüber dem 'St. Galler Tagblatt'. 
Er erklärt weiter, dass die Angreifer im IT-System des Unternehmens eine Lösegeldforderung deponiert und für die Entschlüsselung der Daten Bitcoin im Wert von "mehreren Millionen Franken" verlangt hätten. Seinen Angaben zufolge hat das Unternehmen kein Lösegeld bezahlt. Griesser habe über funktionierende Backups aller verschlüsselter Daten verfügt.
Am 19. April teilte der Storenbauer über seine Website mit, "die Folgen des schweren Cyberangriffs erfolgreich" gemeistert zu haben und den Normalbetrieb wieder hochfahren zu können. Man arbeite in Sondereinsätzen um die aufgelaufenen Bestellungen möglichst rasch abarbeiten zu können, erklärte das Unternehmen in einem Communiqué. 
Der Firmenchef erklärt nun gegenüber dem 'Tagblatt', dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Angreifer die gestohlenen Daten veröffentlichen. Zudem könnte auch Industriespionage und die Veröffentlichung von Betriebsgeheimnissen im Vordergrund stehen, fügt Neuhauser an. 

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Daten von Westschweizer Gefängnissen und Banken im Darknet

Die Ransomware-Bande "The Gentlemen" publiziert die Beute aus dem Angriff auf eine Waadtländer Sicherheitsfirma. Der Kreis der Betroffenen könnte gross sein.

publiziert am 7.10.2026
image

Mehrere Atlassian-Produkte weisen kritische Lücke auf

Die Schwachstelle betrifft acht Produkte. Atlassian ruft zum sofortigen Patchen auf.

publiziert am 7.10.2026
image

Liechtenstein will nach Cyberangriff Lücken geschlossen haben

Laut Regierung liegen keine Hinweise auf Missbrauch der abgegriffenen Daten vor. Das betroffene Verzeichnis wird jetzt wieder in Betrieb genommen.

publiziert am 6.10.2026
image

Hackerangriff auf Dänemarks Personenregister

Unbekannte haben sich Zugriff auf die Daten von fast neun Millionen Menschen in Dänemark verschafft. Das genaue Ausmass sei aber noch unklar.

publiziert am 5.10.2026