SAP streichelt alle, die Grossen etwas mehr

26. März 2012, 12:08
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Höhere Dividenden, mehr Lohn für die beiden Co-CEOs und Bonusaktien für die Angestellten.

Höhere Dividenden, mehr Lohn für die beiden Co-CEOs und Bonusaktien für die Angestellten.
Trotz drohender Schadensersatzzahlungen in vielfacher Millionenhöhe an Oracle, bleibt SAP sprichwörtlich eine Gelddruckmaschine. Aktionäre, die beiden Chefs und Mitarbeitende werden alle daran beteiligt, die einen mehr, die anderen weniger, auch wenn neuen Meldungen zufolge fünf Spitzenmanager in China wegen regelwidrigen Verhaltens den Hut nehmen müssen.
Nach einem Rekordjahr 2011 mit einem Nettogewinnsprung von 23 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro belohnt der Walldorfer Softwarekonzern die Aktionäre mit dem um 83 Prozent auf 1,10 Euro gestiegenen höchsten Dividendenplus unter den 30 deutschen DAX-Unternehmen. Gemessen daran sind die Gehaltszuwächse der beiden Firmenchefs Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott nahezu bescheiden. Ersterer kam 2011 mit 5,49 Millionen Euro samt Boni in Form von Aktienoptionen auf ein Plus von 42 Prozent, die Zuwendungen an McDermott sind laut Unternehmensangaben um 49 Prozent auf 6,57 Millionen Euro gestiegen.
Kamen bisher nur hochrangige Manager in den Genuss von Bonusaktien, sollen jetzt alle der mehr als 55'700 Mitarbeiter in dieser Form am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Dazu müssen sie drei Aktien mit einem Rabatt von 40 Prozent kaufen und diese drei Jahre halten. Dann bekommen sie eine sogenannte Bonusaktie. Die Walldorfer planen dafür bis 2015 rund 500 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten ein, berichtet 'Financial Times Deutschland'. Je nach Geschäftsentwicklung könne die Summe sogar noch steigen. 2011 waren es laut Chief Accounting Officer Christoph Hütten Aktienoptionen im Wert von 69 Millionen Euro.
Derweil hoffen die Mitarbeitenden zum 40. Firmenjubiläum im April auf einen Sonderbonus. Daimler hat zum 125. Geburtstag im Vorjahr jeweils Boni von 1'000 Euro gezahlt. Das Streicheln der Mitarbeiter in Form von Bonuszahlungen ist gerade in der erfolgsverwöhnten deutschen Automobilindustrie derzeit sehr en vogue. Vielfach in der Kritik ist aber auch, dass die Gehälter der Top-Manager in Deutschland mit oft zweistelligen Zuwachsraten übermässig steigen, während die durchschnittlichen Reallöhne immer mehr sinken.
Mit einer Marktkapitalisierung von 65 Milliarden Euro ist SAP mittlerweile das zweitwertvollste DAX-Unternehmen. Nach einer Umsatzsteigerung von 14 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro im Vorjahr rechnet der Softwarehersteller bis 2015 damit, auf einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro und eine operative Marge von 35 Prozent zu kommen. Ehrgeiziges Ziel von Vorstandssprecher McDermott ist es, in 20 Jahren die Umsatzhürde von 100 Milliarden Euro zu nehmen. (kh)

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