Alexander Finger von SAP Schweiz. Foto: inside-it.ch
An der "SAP Now AI Tour" in Zürich führte der ERP-Konzern vor, wie Nutzende künftig mit der Business Software arbeiten sollen. Die Post und Roche haben KI-Agenten rekrutiert.
Die Benutzeroberfläche von Geschäftssystemen wie dem SAP-ERP galt lange Zeit als textlastig und überladen. Mit der Einführung der Fiori-Apps wollte SAP das Benutzererlebnis verbessern. Nun schlägt der Konzern mit Joule Work das nächste Bedienkonzept vor. Es ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. SAP setzt umfassend auf KI und macht Joule Work zum Kontrollzentrum für die Interaktion zwischen Menschen und den digitalen Agenten.
An der "SAP Now AI Tour" in Zürich führten Vertreter des Anbieters vor, wie die Interaktion mit der Geschäftssoftware künftig ablaufen könnte. Schweiz-CTO Alexander Finger skizzierte die Vision des Autonomous Enterprise, in dem Menschen die Ziele vorgeben und KI-Systeme anschliessend selbstständig handeln, um diese Ziele zu erreichen.
André Bechtold von SAP. Foto: inside-it.ch
André Bechtold, President SAP Industries & Experiences, führte aus, dass sein Konzern der KI dabei Branchenwissen und Regulierungsvorgaben mitgebe. SAP könne dabei auf die Erfahrungen seiner über 400'000 Kundinnen und Kunden in mehr als 180 Ländern zurückgreifen. Die Industrie AI beherrsche Prozesse für unter anderem Finanzen, Personal, Kundenerfahrung und Lieferkette, erklärte er.
Roche und Post setzen auf KI-Agenten
Erjena Keller von Roche. Foto: inside-it.ch
Der Pharmakonzern Roche zählt zu den Pilotkunden der SAP-KI. Das Unternehmen habe im Rahmen seines "Aspire"-Programms seine Geschäftssysteme im Juni in die Private Cloud migriert, führte die Global Head ERP Systems Management, Erjena Keller, aus. Nur drei Monate später habe der erste KI-Agent seine Arbeit aufgenommen. Die Technologie helfe neu dem Kundendienst des Bereichs Genentech bei der Optimierung der Auftragsabwicklung.
Christos Mitos von der Schweizerischen Post. Foto: inside-it.ch
Die Schweizerische Post hat nach den Worten des Head of IT Enterprise Services, Christos Mitos, die Migration in die SAP-Cloud ebenfalls geschafft. KI komme allerdings zuerst in der Softwareentwicklung zum Einsatz, führte er aus. Für die KI-Ansätze des Softwarekonzerns zeigte sich Mitos aber durchaus offen: Denn früher habe die Post die Systeme geändert, um einen Prozess zu optimieren. Künftig wollten er und seine Kolleginnen und Kollegen die Art und Weise ändern, wie mit den Systemen gearbeitet wird.
Mit Nestlé und Novartis hat SAP Schweiz bereits zwei Kunden für seine KI-Vision gewinnen können, führte CTO Finger im Gespräch mit inside-it.ch am Rande des Anlasses aus. Insgesamt gebe es hierzulande rund 50 Pilotkunden für Joule Work, doppelte er nach.