Das Medizinische Zentrum Gleis D und das dazugehörige Medi Porta in Chur sind Opfer eines Cyberangriffs geworden. Gemäss der Einrichtung konnte der Angriff zwar gemeinsam mit dem IT-Partner schnell gestoppt werden, ein Abfluss sensibler Patienten- und Mitarbeiterdaten liess sich jedoch nicht vollständig verhindern. Dabei seien Personendaten wie Namen, Adressen, Rezepte und medizinische Untersuchungsdaten wie Röntgenbilder abgeflossen.
Da der Angriff den lokalen Datenspeicher getroffen hat, seien die elektronischen Patientendokumentationen, die in einer separaten Umgebung gespeichert sind, verschont geblieben. Auch habe der Vorfall keine Auswirkung auf die Diagnose und Behandlung der Patientinnen und Patienten gehabt. Das Medizinische Zentrum sowie Medi Porta sind laut Mitteilung weiterhin betriebsfähig und die medizinische Versorgung ist uneingeschränkt gewährleistet.
Gleis D hat direkt Strafanzeige erstattet und den Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit sowie dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten gemeldet. Zudem würden die IT-Partner und externe Cybersicherheitsexperten den Fall weiterhin untersuchen, ob weitere Massnahmen an den Sicherheitssystemen erforderlich sind. Das Gesundheitszentrum warnt seine Patientinnen und Patienten vor möglichen Betrugsversuchen.
87 Gigabyte im Darknet
Die Ransomware-Gruppe Cloak bekennt sich zu dem Cyberangriff auf das Gesundheitszentrum. Im Darknet behauptet die Bande, 87 Gigabyte an Daten erbeutet zu haben. Gemäss ihren Angaben sollen darunter auch Ausweisdokumente und Finanzunterlagen sein. Auf die Frage, ob eine Lösegeldforderung vorliegt, äussert sich das Medizinische Zentrum auf Anfrage von inside-it.ch nicht.