Glasfaserstreit kostet Swisscom 500 Millionen

6. November 2026 um 10:49
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Foto: Swisscom

CEO Christoph Aeschlimann hofft, dass die Weko das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht weiterzieht. Denn der Streit blockiert Anschlüsse und verursachte hohe Kosten.

Der Glasfaserstreit mit der Weko ist für die Swisscom teuer: "Seit 2022 hatten wir mindestens eine halbe Milliarde Franken Mehrkosten aufgrund des Verfahrens", sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'.
Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) hatte der Swisscom die Änderung der Bauweise des Glasfasernetzes verboten, weil sie diese für wettbewerbswidrig hielt. Denn Swisscom hatte die Netzarchitektur auf nur noch eine Zuleitung von der Telefonzentrale bis zum Verteilpunkt im Strassenschacht vor den Häusern umgestellt. Die Weko pochte jedoch auf einen Ausbau mit einer Zuleitung für jeden Haushalt.
Dies hat Swisscom nicht akzeptiert und vor kurzem einen Sieg gegen die Weko vor dem Bundesverwaltungsgericht errungen. Das Gericht sah keine Kartellrechtsverletzung und hob die Weko-Busse von 18,4 Millionen Franken auf.
Viele Anschlüsse blockiert
Allerdings hatte Swisscom während des jahrelangen Verfahrens den Ausbau des Glasfasernetzes vorangetrieben. Mit dem Resultat, dass sie wegen des Weko-Verdikts zeitweise 500'000 Anschlüsse nicht in Betrieb nehmen durfte, die nach der neuen Baumarchitektur mit nur einer Zuleitung erstellt worden waren.
Viele davon hat der Telekomkonzern mittlerweile umgebaut. Ende September waren noch 160'000 Anschlüsse blockiert. Davon befänden sich derzeit 20'000 Anschlüsse bereits im Umbau, sagte Aeschlimann. Den werde man durchziehen.
Zudem habe die Swisscom noch 600'000 Glasfaseranschlüsse mit Direktleitungen in jeden Haushalt gelegt, was teurer ist als die Baumstruktur mit nur einer Zuleitung bis zum Verteilpunkt vor den Häusern. Das alles habe zu rund 500 Millionen Franken Mehrkosten seit 2022 geführt, erklärte Aeschlimann.

Weko-Rekurs noch nicht entschieden

Ob Swisscom nun auf die günstigere Baumstruktur umstellen kann, ist unklar. Denn das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Weko kann das Urteil vor dem Bundesgericht anfechten. Die Entscheidung steht noch aus.
"Ich hoffe, dass die Weko das Urteil nicht weiterzieht", sagte der Swisscom-Chef im Gespräch. Das wäre für die Schweiz viel besser. "Dann könnten wir schneller und günstiger bauen, wie man es auf der ganzen Welt macht." Das Bundesverwaltungsgericht habe klar gesagt, dass kein Wettbewerbsverstoss vorliege.
Wenn Klarheit herrsche, arbeite Swisscom aus, wie und in welchem Zeitraum die noch verbleibenden 140'000 blockierten Anschlüsse wieder in Betrieb genommen werden könnten. Dass auch der Neubau von Glasfaseranschlüssen auf nur noch eine Zuleitung umgestellt würde, "liegt auf der Hand", sagte Aeschlimann. "Denn wir haben immer gesagt, dass wir so bauen wollen. Das wäre auch gut für die Schweiz, weil der Ausbau günstiger würde."


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