China blockiert ABB-Deal mit Softbank

5. November 2026 um 12:30
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Foto: ABB

Chinesische Behörden haben die Übernahme des China-Geschäfts von ABBs Robotiksparte durch Softbank untersagt. Hintergrund seien Bedenken wegen möglicher Datenabflüsse.

Der geplante Verkauf der Robotiksparte von ABB an den japanischen Technologie- und Investementkonzern Softbank ist ins Stocken geraten. Die chinesischen Behörden haben die Übernahme des Geschäfts in China untersagt, wie das Schweizer Unternehmen mitteilt. Damit steht die milliardenschwere Transaktion auf der Kippe.
ABB hatte im Oktober 2025 vereinbart, die Sparte für einen Unternehmenswert von rund 5,4 Milliarden US-Dollar an Softbank zu verkaufen. Die chinesische Behörde für die Sicherheitsprüfung ausländischer Investitionen habe die Übernahme des China-Geschäfts nun untersagt, teilte ABB mit. Beide Unternehmen stünden aber weiterhin in engem Austausch und arbeiteten konstruktiv an der Transaktion.
Zu den möglichen Folgen für den gesamten Verkauf und den nächsten Schritten wollte sich ABB auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP' zunächst nicht weiter äussern.

Sorge um Robotikdaten

Hintergrund sind laut einem Bericht der 'Financial Times' unter anderem Sicherheitsbedenken Chinas. Die Behörden befürchteten demnach, dass Daten aus der Robotikproduktion ins Ausland gelangen und dort zum Training von KI-Modellen verwendet werden könnten. Dazu gehörten möglicherweise auch Modelle von OpenAI, an dem Softbank massgeblich beteiligt ist.
Zudem hätten die Behörden geprüft, ob geistiges Eigentum in China verbleiben müsse. Auch eine Abspaltung von Teilen des Geschäfts an chinesische Eigentümer sei erwogen worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Für Softbank komme der Entscheid überraschend, hiess es im Bericht. Noch vergangene Woche sei der Konzern von einer Genehmigung ausgegangen. Nun werde geprüft, ob ein neuer Anlauf möglich sei.
China ist der grösste Markt für die ABB-Robotiksparte. Mehr als 90% der für chinesische Kunden bestimmten Roboter werden vor Ort hergestellt. In Shanghai betreibt ABB seit 2022 eine für 150 Millionen Dollar errichtete Roboterfabrik.

ABB setzt auf Rotork

Der geplante Verkauf ist Teil des Konzernumbaus von ABB. Ursprünglich war ein Börsengang der Robotiksparte vorgesehen. Softbanks Angebot wurde jedoch als attraktiver eingestuft. Die EU-Kommission hatte die Übernahme bereits genehmigt.
ABB rechnete bisher mit einem Nettoerlös von rund 5,3 Milliarden Dollar. Die Mittel sollten unter anderem für Übernahmen eingesetzt werden. Erst kürzlich kündigte ABB den Kauf des britischen Automatisierungsspezialisten Rotork für 5,5 Milliarden Dollar an. Konzernchef Morten Wierod hatte dabei auch auf die erwarteten Einnahmen aus dem Robotikverkauf verwiesen.

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