Security-Lücke in über einer Milliarde Wlan-fähiger Geräte

27. Februar 2020 um 15:30
  • security
  • lücke
image

Betroffen sind Geräte vom iPhone über Smartspeaker bis zu Access Points. Zum Glück gibt es schon Patches.

Experten des Security-Anbieters Eset haben eine Sicherheitslücke in Wlan-Chips der Hersteller Broadcom und Cypress Semiconductor entdeckt und nun eine Beschreibung veröffentlicht.  Die betroffenen Chips sind laut Eset weltweit in "vorsichtig geschätzt" mindestens einer Milliarde Geräten eingebaut. Konkret genannt werden Devices von Amazon (Echo, Kindle), Apple (iPhone, iPad, MacBook), Google (Nexus), Samsung (Galaxy), Raspberry (Pi 3) und Xiaomi (Redmi) sowie Access Points von Asus und Huawei.
Die Lücke könnte es Angreifern erlauben, zwischen Geräten und Acess Points übertragene Daten zu entschlüsseln, sofern sie sich in der Reichweite der Funkübertragung befinden. Eset hat die Gerätehersteller natürlich vorinformiert und die meisten haben laut Eset Patches bereitgestellt. Es empfiehlt sich also, die Geräte schnell zu patchen, falls man nicht automatisch Upgrades erhält. Dies gilt insbesondere auch für betroffene Access Points, Denn auch wenn beispielsweise ein Smartphone oder Tablet mittlerweile geschützt ist, kann der Angriff immer noch erfolgreich sein, wenn der Access Point noch verwundbar ist.

Ein Schlüssel aus lauter Nullen

Die von Eset "Kr00k" genannte Lücke (CVE-2019-15126) nützt ein Verhalten der Chips aus, das bei kurzen Unterbrechungen einer Wlan-Übertragung auftritt. Solche Unterbrechungen gibt es beispielsweise beim Wechsel von einem Access Point zu einem anderen oder bei Signalstörungen durch Interferenzen.
Betroffene Geräte speichern in diesem Fall einige Kilobyte an Daten in einem Cache. Wenn wieder eine Verbindung besteht werden sie verschickt. Allerdings wird für die Verschlüsselung kein korrekter Schlüssel verwendet, sondern ein Schlüssel, der aus lauter Nullen besteht. Die Daten werden also im Prinzip unverschlüsselt verschickt.
Angreifer die sich in Reichweite befinden, so Eset, können solche Unterbrüche leicht selbst provozieren, indem sie Daten an die Geräte senden, die diese dazu bringen, die Übertragung kurz zu unterbrechen. Um ihre Chancen zu erhöhen, nützliche Daten abzufangen, können sie dies auch viele Male hintereinander tun, ohne dass die User dies bemerken würden.

Loading

Mehr zum Thema

image

Liechtenstein will nach Cyberangriff Lücken geschlossen haben

Laut Regierung liegen keine Hinweise auf Missbrauch der abgegriffenen Daten vor. Das betroffene Verzeichnis wird jetzt wieder in Betrieb genommen.

publiziert am 6.10.2026
image

Hackerangriff auf Dänemarks Personenregister

Unbekannte haben sich Zugriff auf die Daten von fast neun Millionen Menschen in Dänemark verschafft. Das genaue Ausmass sei aber noch unklar.

publiziert am 5.10.2026
image

Schweizer Gemeinden gut geschützt vor E-Mail-Betrug

Phishing-Mails von Steuerverwaltungen sind schon fast Alltag. Dabei sind die Mailserver der meisten Schweizer Gemeinden mit fortgeschrittenen Sicherheitsmechanismen ausgestattet.

publiziert am 5.10.2026
image

Beyond Gravity meldet Cyberangriff

Die ersten Hinweise auf den Angriff erhielt die Raumfahrtfirma bereits im August. Das Unternehmen untersucht gemeinsam mit Bacs und Mandiant den Vorfall.

publiziert am 5.10.2026