In der Nacht auf Freitag, 21. Mai hatte Siegfried einen Cyberangriff entdeckt. Am heutigen 31. Mai schreibt der Schweizer Pharmazulieferer, dass man die Folgen des Angriffs weitgehend überwunden habe.
Einzelne Standorte hätten den Betrieb bereits letzte Woche eingeschränkt fortführen oder wiederaufnehmen können. Weitere sollen laut der Mitteilung in den nächsten Tagen folgen.
Nicht betroffen vom Cyberangriff seien zwei Standorte in Spanien gewesen, da diese über ein isoliertes Netzwerk verfügten, so Siegfried.
Das Unternehmen geht aufgrund der Ergebnisse "der weit fortgeschrittenen forensischen Untersuchung" derzeit davon aus, dass keine sensiblen Kundendaten vom Vorfall betroffen waren.
Die Bereinigung der Systeme werde noch einige Tage in Anspruch nehmen. Nachdem der Fokus der Arbeiten zunächst auf den produktionsnahen Systemen gelegen sei, sollen in der nächsten Phase die weiteren Systeme wiederhergestellt werden. Bleibende Schäden an der IT-Infrastruktur seien nicht zu erwarten, führt Siegfried aus.
Gegenüber inside-it.ch sagte Mediensprecher Peter Gehler vergangene Woche, dass es sich um einen hochprofessionellen Angriff gehandelt habe. Das Unternehmen sei mit einer Ransomware angegriffen worden, erklärt er gegenüber 'Finanz und Wirtschaft'. Die Frage, ob ein Lösegeld bezahlt wurde, um Daten entschlüsseln zu können, wolle das Unternehmen nicht kommentieren.
Man verfüge über Backups, was den Wiederherstellungsprozess beschleunige, ergänzt Gehler. Insgesamt sei man eigentlich gut gegen Cyberangriffe gerüstet. "Unternehmen unserer Grösse werden ständig angegriffen", so der Unternehmenssprecher zur 'Finanz und Wirtschaft'.
Der Cyberangriff hat finanzielle Folgen für Siegfried. Die Ausfälle in der Produktion würden zu Umsatzverlusten führen, erklärt das Unternehmen der Zeitung. Allerdings sei die Nachfrage gross. Man sehe deshalb gute Chancen, das Jahres-Umsatzziel trotzdem zu erreichen. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Siegfried einen Umsatz von 845 Millionen Franken.