Sunrise und Salt spannen beim Glasfaser­ausbau zusammen

19. Mai 2020, 09:12
  • telco
  • schweiz
  • netzwerk
  • sunrise
  • salt
  • swisscom
image

Über ein Joint Venture wollen Sunrise und Salt bis zu 3 Milliarden Franken in den FTTH-Ausbau investieren. Swisscom zeigt sich "offen für Gespräche".

Überraschende Kooperation auf dem Schweizer Telekommarkt: Sunrise und Salt spannen beim Ausbau des Glasfasernetzes zusammen. Die Telcos haben sich laut einer Mitteilung auf eine strategische Partnerschaft verständigt, um eine führende Plattform im Bereich "Fiber to the Home" (FTTH) zu schaffen.
Es sei das Ziel, mit einer Gesamtinvestition von bis zu 3 Milliarden Franken über die nächsten fünf bis sieben Jahre 1,5 Millionen Haushalte zu erreichen. Laut den Angaben soll der Ausbau in den Gebieten erfolgen, die heute nicht ausreichend mit Breitband versorgt seien.

Rollout erfolgt über Joint Venture

Für ihre Pläne gründen Sunrise und Salt die Gemeinschaftsfirma Swiss Open Fiber, die sie künftig zusammen mit einem Kapitalpartner halten wollen. Es seien bereits Gespräche mit potenziellen Partnern und Banken aufgenommen worden. Der Netzbau soll im 4. Quartal 2020 starten, wie es weiter heisst.
image
Gegenwärtige FTTH-Abdeckung (%). Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft / Swiss Open Fibre
Verwaltungsratspräsident der neuen Firma soll Marc Furrer werden, der ehemalige Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission Comcom.
In der Mitteilung ist von einer "offenen und für alle Anbieter zugänglichen Plattform" die Rede. Sunrise und Salt wollen die Hauptmieter der Plattform sein, sie stehe jedoch sämtlichen Wettbewerbern zur Verfügung, wird betont.
Konkret will Swiss Open Fiber etwa mit Swiss Fibre Net, dem Gemeinschaftsunternehmen von regionalen Energieversorgern, zusammenarbeiten. Dieses unterstütze die neue Firma im Rahmen einer strategischen Partnerschaft.
Swisscom ist "offen" für Gespräche mit dem Gemeinschaftsunternehmen. "Wir haben seit kurzem Kenntnis von den Plänen und prüfen wie in der Vergangenheit Möglichkeiten zur Kooperation", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur 'AWP'. Das Unternehmen weist daneben darauf hin, in den letzten 10 Jahren rund 16 Milliarden Franken in Netze und IT investiert zu haben, ein grosser Teil davon ins Festnetz. Man wolle mit Investitionen "in Höhe von mehreren Milliarden" das Netz auch in den kommenden Jahren ausbauen und bis Ende 2025 die Abdeckung mit FTTH im Vergleich zu 2019 zu verdoppeln, so der Sprecher weiter.

Loading

Mehr zum Thema

image

Urs Truttmann wird Digitalchef der Stadt Luzern

Nachdem Truttman seit April schon interimistisch als CDO im Einsatz stand, übernimmt er die Leitung der Dienstabteilung Digital jetzt definitiv.

publiziert am 29.9.2022
image

Regierung will Millionen für Digitale Transformation von Basel-Land ausgeben

Für die digitale Verwaltung und den Aufbau eines Governance-Modells sollen 21 Millionen aufgewendet werden. Es gebe dazu keine Alternative, so der Regierungsrat.

publiziert am 29.9.2022
image

Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

publiziert am 29.9.2022
image

Stadt und Kanton Zug beschliessen gemeinsame Datenstrategie

Mit dem Open-Government-Data-Ansatz sollen in Zug künftig offene Verwaltungsdaten ohne Einschränkung zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

publiziert am 29.9.2022