Swisscom: Neuer Bandbreitenrekord in einem fahrenden Zug

21. Oktober 2020 um 14:16
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Auf einer Teststrecke erreichte Swisscom über ein Gbit/s Downloadgeschwindigkeit für Passagiere.

Die Surfgeschwindigkeit in den Schweizer Eisenbahnen könnte künftig deutlich steigen. Swisscom hat in einem Test eine Bandbreite von mehr als 1,2 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) in einem fahrenden Zug erreicht.
Dies gelang durch den Bau eines Handyantennenkorridors entlang einer Teststrecke am Walensee, wie Swisscom bekannt gibt. Auf der vier Kilometer langen Strecke zwischen Biberlikopf und Kerenzerberg wurden in mehr als 200 Zugfahrten viele Tests mit den Mobilfunkgenerationen 4G und 5G, verschiedenen Sitzpositionen, Wagentypen, Sendeleistungen, Arten von Zugfenstern und Smartphone-Modellen durchgeführt.
Die 1,2 Gbit/s Downloadgeschwindigkeit im fahrenden Zug wurden mit einer Kombination von 4G und der schnellen Variante von 5G erreicht.
Vor dem Test habe man auf der gleichen Strecke maximal 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) gemessen, sagte Sprecher Armin Schädeli auf Anfrage. Allerdings sei die Strecke nicht optimal versorgt gewesen.

Achtmal schneller als bisher

Damit ist die Höchstgeschwindigkeit durch den neuen Antennenkorridor auf der Teststrecke also um das Achtfache gestiegen. Christoph Aeschlimann, Leiter IT, Network & Infrastructure bei Swisscom, glaubt, dass dies eine Pionierleistung ist: "Das Konzept hat Vorbildcharakter für die weltweite Mobilfunkbranche. Noch vor einem Jahr, wussten wir nicht, ob es möglich ist. Nun haben wir eine Lösung für eine stabile und zuverlässige Versorgung der Passagiere.

Auch andere Mobilfunkanbieter sollen Korridore nützen

Swisscom habe die technische Machbarkeit aufgezeigt, sagte Schädeli. Nach der Auswertung der Ergebnisse werde der Testkorridor weiter optimiert und mit Messungen im ersten Quartal 2021 validiert.
Dann würden Gespräche mit Bahnbetreibern und den Mobilfunkanbietern Salt und Sunrise folgen. Denn das langfristige Ziel sei eine lückenlose Mobilfunkabdeckung entlang der Eisenbahnhauptachsen für alle Mobilfunknutzer und -anbieter der Schweiz. Der Antennenkorridor stehe auch Salt und Sunrise offen. Das Projekt sei aber noch in einer frühen Phase, so Schädeli. Angaben zum Zeitplan könne er nicht machen.

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