SwissICT-GV: Strategie-Diskussion, Häppchen und Harmonisierung (Update)

22. Mai 2017, 09:50
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Wer geglaubt hatte, SwissICT-Präsident Thomas Flatt sähe sich an der GV mit neugierigen Fragen zum raschen Abgang von Geschäftsführerin Bianca Rühle konfrontiert, der sah sich getäuscht.

Wer geglaubt hatte, SwissICT-Präsident Thomas Flatt sähe sich an der GV mit neugierigen Fragen zum raschen Abgang von Geschäftsführerin Bianca Rühle konfrontiert, der sah sich getäuscht. Keine Fragen, nur ein kurzer Applaus in Abwesenheit von Rühle und nächstes Traktandum, bitte.
Auch sonst kann man die GV-Metaphern wiederholen, die sich schon beim Verband Swico aufdrängten: 100 Prozent Zustimmung zu allen Traktanden von etwa 100 Mitgliedern, also Verhältnisse wie in Nordkorea beziehungsweise Level-5-Trust in den Vorstand.
100 Prozent erhielten auch die bisherigen Vorstände, die sich für drei Jahre zur Wiederwahl beim grössten ICT-Verband stellten: Nationalrätin Kathy Riklin (CVP), Startup-Serial-Entrepreneur Dominik Grolimund (Wuala, Silp, Refind), Startup-Unternehmer Luc Haldimann (Unblu), Group CIO Claude Honegger (CS Group) sowie CIO Andreas Maier (AXA).
Zu reden gab es aber doch: So kündigte Präsident Flatt an, der Swiss ICT Award werde 2018 vom Luzerner KKL nach Zürich verlegt und SwissICT stecke mitten in einer Strategie-Debatte.
Sobald die Eckpunkte der neuen Strategie klar seien, werde auch eine neue Geschäftsleitung gesucht, so Interims-Geschäftsleiter Flatt am Rande der GV. Im Budget sind auch entsprechende Investitionen in neue Aktivitäten aufgeführt.
Überhaupt scheinen die Zahlen bei SwissICT stabil zu sein, doch verzichtet der Verband neuerdings darauf, den Jahresbericht öffentlich zu publizieren. Die Mitgliedereinnahmen seien stabil geblieben, so die Präsentation an der GV. Ein flüchtiger Vergleich der Firmenmitglieder zeigt aber, dass Canoo und IBM ausgetreten sind.
(Update von 16 Uhr): Nicht mehr auf der Mitglieder-Liste fungiert auch SAP. Dies allerdings wegen eines Versehens. "SAP ist nach wie vor Mitglied", korrigiert SwissICT-Sprecher Simon Zaugg die ursprüngliche Artikel-Fassung. Die SwissICT-Mitgliederliste sei entsprechend korrigiert worden.
Zu reden gab zudem "Digitalswitzerland". Der jüngste Player in Sachen Digitalisierung ist unter den anwesenden SwissICT-Mitgliedern noch nicht sehr bekannt, aber bereits der finanzstärkste. Die Standortinitiative war das Hauptthema in Flatts Rede. Er hielt fest, Digitalswitzerland habe aktuell bereits das dreifache Budget von SwissICT und bedeute "eine grosse Veränderung in der Schweizer IT-Landschaft". Konkreteres war aber nicht zu hören.
Ebenfalls Gesprächsthema und Gesprächsteilnehmer war FDP-Nationalrat Marcel Dobler, gleichzeitig Präsident des Dachverbands ICTswitzerland. Als neuer VR von SwissSign.
So könnten GVs bei aller Harmonie auch Gelegenheiten zur Harmonisierung in offenen Fragen bieten. (Marcel Gamma)
Anmerkung: Der Autor war an der GV 2016 noch Kommunikations-Verantwortlicher von SwissICT.

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