Task Force soll helfen, Lehrstellen zu sichern

15. Mai 2020 um 12:28
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Ein Förderschwerpunkt "Lehrstellen Covid-19" soll zum Erhalt von Lehrstellen beitragen.

In der Deutschschweiz wurden bis April 2020 – ähnlich wie in den Vorjahren – bereits rund 70 Prozent der Lehrstellen vergeben. Die Romandie und das Tessin beginnen laut einer Mitteilung des Bundes traditionell später mit dem Rekrutierungsprozess. Aber auch wenn man dies berücksichtige, würden Rückmeldungen zeigen, dass es im Vergleich zum Vorjahr weniger Lehrvertragsabschlüsse gebe. Die Rückmeldungen der Kantone deuten auf eine Korrelation der jeweiligen pandemischen Situation mit der Entwicklung der Lehrvertragsabschlüsse hin.
Die Kantone würden bereits über ein breit abgestimmtes Set an Massnahmen zur Unterstützung der Jugendlichen und Betriebe verfügen, so das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Kantonale Lehrstellenförderinnen und -förderer würden beispielsweise in direktem Kontakt mit den Betrieben stehen und könnten sie bei der Schaffung oder dem Erhalt von Lehrstellen beraten. Jugendliche hätten Zugriff auf Online-Angebote oder individuelle Coaching- und Mentoring-Programme.
Damit diese Massnahmen bei Bedarf rasch ergänzt oder erweitert werden können, richte der Bund einen neuen Förderschwerpunkt "Lehrstellen Covid-19" ein, so die Mitteilung.
Die Massnahmen müssen dabei von nationalen Organisationen der Arbeitswelt (OdA) oder Kantonen eingegeben werden oder einen dieser beiden als Projektpartner aufweisen. Der Bund finanziert Vorhaben ausnahmsweise mit bis zu 80% der Kosten statt wie im Regelfall mit 60%, wenn sie bis Ende 2020 eingegeben werden und höchstens bis Ende 2021 dauern. Die Beitragsgesuche im Bereich Lehrstellen werden durch das SBFI prioritär behandelt.
Die von Bundesrat Guy Parmelin eingesetzte "Task Force Perspektive Berufslehre 2020" hat an ihrer Sitzung vom 14. Mai 2020 die Einrichtung des Förderschwerpunkts "Lehrstellen Covid-19" durch den Bund gutgeheissen, teilt das SBFI weiter mit. Damit könne der Bund im Rahmen bestehender Kredite gewisse Projekte prioritär unterstützen. Dazu gehören etwa die Bereiche Coaching und Mentoring von Jugendlichen auf Lehrstellensuche, der Erhalt und die Schaffung von Lehrstellen, Unterstützung bei der Lehrstellenbesetzung und der Erarbeitung neuer Ausbildungsmodelle sowie Massnahmen zur Vermeidung von Lehrvertragsauflösungen, heisst es in der Mitteilung.
In den nächsten Wochen werde sich zeigen, inwiefern mit "Aufholeffekten" als Folge der Wiedereröffnung einzelner Branchen und der obligatorischen Schule zu rechnen sei. Die Task Force verfeinere dazu ihr Beobachtungsinstrumentarium und werde Anfang Juni eine neue Einschätzung publizieren.

ICT-Branche weniger stark betroffen

Barbara Jasch, Geschäftsführerin des Zürcher Lehrbetriebsverband ICT ZLI, sagte uns vor einigen Tagen, dass die Lehrbetriebe in der ICT-Branche wohl weniger stark von der Krise betroffen sein werden: "Die ICT-Branche wird erst dann weniger Ausbildungsplätze haben, wenn es weniger Kundenprojekte gibt und weniger Aufträge". Dies sei frühestens 2022 der Fall und bis dann habe sich die Wirtschaft erholt.  Auch ICT-Berufsbildung Schweiz geht davon aus, dass die IT-Branche weniger stark betroffen ist als andere Berufsfelder.
Aber ICT-Lernende sind auch in anderen Branchen angesiedelt und daher wird es wohl bei gewissen Unternehmen, die die Corona-Krise nicht überleben, zu einem Verlust von Ausbildungsplätzen kommen. 

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