Test: Bald fahren automatische Züge über Schweizer Geleise

18. Dezember 2018 um 15:03
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Die Südostbahn (SOB) kündigt ein Pilotprojekt für den "automatischen Fahrbetrieb" (Automatic Train Operation ATO) auf ihrer normalen Bahninfrastruktur an.

Die Südostbahn (SOB) kündigt ein Pilotprojekt für den "automatischen Fahrbetrieb" (Automatic Train Operation ATO) auf ihrer normalen Bahninfrastruktur an. Die ersten selbstfahrenden Züge werden im Toggenburg zwischen Mogelsberg und Wattwil verkehren, so SOB.
ATO wird mit externen Anbietern entwickelt und getestet. Es besteht aus einem Fahrassistenzsystem, das den Lok-Führer ersetzen kann. Zudem können die selbstfahrenden Züge, so zumindest das Ziel, präziser und energieoptimierter fahren.
Welcher Anbieter zum Zuge kommt ist noch nicht definiert, aber es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei welchem vier Angebote eingegangen sind.
Eine Jury hat die erfolgsversprechendsten Konzepte bewertet. Laut Simap hat Rail Systems Engineering aus Wallisellen gesiegt vor Peter Spuhlers Firma Stadler Bussnang. Auf dem dritten Rang liegt Bombardier Transportation (Switzerland).
Zwei der drei prämierten Vorschläge sollen weiterverfolgt werden und es soll ein "geeignetes Schienenfahrzeug" mit einem ATO ausgerüstet werden.
Zwischen Dezember 2019 und Dezember 2020 sollen die ersten Testfahrten stattfinden. In der ersten Phase finden sie im Toggenburg und während der nächtlichen Betriebspause statt. Passagiere fahren keine mit, aber das Lokpersonal kann im Fall der Fälle manuell eingreifen.
Wenn alles gut läuft, sollen die Pilot-Fahrzeuge in einer zweiten Phase im kommerziellen S-Bahn-Verkehr zwischen Wädenswil am Zürichsee und Einsiedeln eingesetzt werden.
Gesucht ist eine Branchenlösung
Das ATO-Projekt gehört zu "smartrail 4.0", einem Digitalisierungs-Programm, das die Schweizer Bahnbranche unter einem Dach vereinigt. Dies war auch eine Bedingung für einen solchen Pilotbetrieb: Die SOB wollte schon 2017 ein Projekt lancieren, aber damals bremste das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Pläne und verlangte laut 'SRF' eine Branchenlösung.
Automatische Züge sind technisch weniger anspruchsvoll als andere autonome Fahrzeuge, da sie auf Schienen verkehren. Eine wesentliche technologische Herausforderung dürfte das Verhalten der Fahrzeuge an Bahnhöfen sein, wenn Menschen ein- und aussteigen oder die Abfahrt verzögern wollen.
Weltweit gibt es schon diverse selbstfahrende Bahnen, meist verkehren sie in geschlossenen Systemen und weitgehend von äusseren Einflüssen geschützt in Tunnels wie U-Bahnen. (mag)

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