Twint will in Europa Fuss fassen

3. September 2019, 09:07
  • fintech
  • twint
image

Der Mobile-Payment-Anbieter Twint nimmt den Schritt über die Landesgrenzen hinaus.

Der Mobile-Payment-Anbieter Twint nimmt den Schritt über die Landesgrenzen hinaus. Dazu hat das Schweizer Fintech zusammen mit vergleichbaren Anbietern im europäischen Raum die European Mobile Payment Systems Association (EMPSA) gegründet.
Die EMPSA will mobile Zahlungssysteme über Landesgrenzen hinweg etablieren, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Dazu gehören neben Twint unter anderem die belgische Bancontact Payconiq Company, Bluecode aus Deutschland und Österreich sowie mehrere skandinavische Anbieter wie MobilePay und die in Schweden verbreitete Zahlmöglichkeit Swish.
Wann es soweit ist, dass Twint-Kunden im europäischen Ausland bezahlen können, bleibt indes noch unklar. Es heisst einzig, dass die EMPSA eine Arbeitsgruppe eingesetzt habe, um "die technischen Fragen der Interoperabilität" zu prüfen. Auch zur geografischen Ausrichtung des neuen europäischen Zahlungsnetzwerkes sowie zu möglichen Gebühren für Zahlungen in Fremdwährungen werden keine genauen Angaben gemacht.
Die EMPSA sei aber grundsätzlich offen für weitere Partner, sagte ein Mediensprecher gegenüber der Nachrichtenagentur 'AWP'. Insofern gebe es keine festen geografischen Grenzen, da man den "internationalen Einsatz" der jeweiligen nationalen Zahlungssysteme für Mobilgeräte ermöglichen wolle.
Es sei zu früh, um Fragen über Gebühren und Startdatum beantworten zu können. Diese Faktoren seien Teil der Abklärungen, die es im Rahmen der eingesetzten Arbeitsgruppe zu klären gelte, so der Sprecher weiter.
Konkurrenz von globalen Anbietern
Twint-Chef Markus Kilb gibt sich derweil zuversichtlich, dass die Expansion ins europäische Ausland klappt und erwartet, dass die Vereinigung mittelfristig dazu führe, den internationalen Einsatz mobiler Zahlungssysteme "zu fördern und eine echte europäische Alternative aufzubauen", wie er in der Mitteilung zitiert wird. Damit dürfte wohl eine Alternative zu den Zahlungssystemen von Techkonzernen wie Apple, Google oder Samsung gemeint sein.
Laut Mitteilung bündle die EMPSA sieben Unternehmen mit rund 25 Millionen registrierten Nutzern. Die Kunden können bei über einer Million Akzeptanzstellen zahlen. In der Schweiz zählt Twint gemäss eigenen Angaben mittlerweile rund 1,7 Millionen Benutzer, die rund vier Millionen Zahlungen pro Monat per Twint ausführen. (Keystone-sda/kjo)

Loading

Mehr zum Thema

image

Payment-Startup Klarpay sichert sich 3 Millionen Franken

Nach einer Finanzierungs­runde will das Finma-lizenzierte Fintech das Wachstum vorantreiben.

publiziert am 17.5.2022
image

Finnova kauft Fintech Contovista

Viseca verkauft das Vorzeige-Fintech an Finnova. Der Banken­software-Hersteller will mit Contovista sein Data-Analytics-Know-how und -Portfolio stärken.

publiziert am 16.5.2022
image

Open Banking: Offene APIs reichen nicht

Das Thema Open Banking wird laut der aktuellen IFZ-Studie vielfach zu isoliert betrachtet und deshalb unterschätzt.

publiziert am 13.5.2022 1
image

Die Digitalbank der BLKB kann loslegen

Die Fintech-Tochter der Baselland­schaftlichen Kantonalbank hat eine Finma-Lizenz erhalten. Der Markteintritt von Radicant ist für 2022 geplant.

publiziert am 12.5.2022