"Video is King"

14. Februar 2017 um 14:14
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Huawei wittert im Video-Business das nächste Billionen-Dollar-Geschäft.

Der chinesische Konzern ist überzeugt das Telcos – und damit auch Huawei – mit dem Video-Business wachsen können. "Es wird das nächste Billionen-Dollar-Business", erklärt Huawei an einer Pressekonferenz in London.
Partner-freundlich und offen, so präsentierte sich Huawei am Presse- und Analysten-Briefing in London, das im Vorfeld des Mobile World Congresses stattgefunden hat. "Nur wenn unsere Partner wachsen, können wir wachsen", so Zhilei Zou, President, Huawei Carrier Business Group. Wachstumspotential sieht der chinesische Telekomausrüster noch immer im traditionellen Carrier-Geschäft. Es gebe weltweit über 3,9 Milliarden Menschen ohne Internetzugang und noch über eine Milliarde Haushalte ohne Breitbandanschluss.
Das grössere Potential aber gibt es in Bereichen, die über das traditionelle Telecom-Business hinaus gehen. "Der Raum für Wachstum ist viel grösser, als wir es uns vorstellen können", ist Zou überzeugt. Und eines dieser Wachstumsfelder ist Video. "Dies wird der nächste Billionen-Dollar-Markt", ergänzt Ken Wang, President Global Marketing und Solutions Sales, Carrier Business Group. Eine Umfrage habe gezeigt, dass über 80 Prozent der Endkunden bereit sind, bis zu 30 Prozent mehr für ein Abo zu bezahlen, wenn ihnen dafür Videos in 4K-Qualität geliefert werden. In den USA überstieg der Umsatz mit Video-on-Demand bereits die Einnahmen an den Kinokassen, ergänzt Kunlong Li, Director Carrier Video Business. Videos begrenzen sich nicht nur auf Unterhaltung. Hinzu kommen Services von Regierungen, beispielsweise im E-Health- oder auch im Bildungsbereich.
Als Beispiel nennt Sanqi Li, CTO Products and Solutions, einen Carrier aus Südkorea. Dieser biete den Kunden ein einheitliches Portal für den Zugang zu HDTV, Filmen sowie Inhalten von Drittanbietern wie Youtube oder auch Videos von Behörden. Hinzu kommt ein gesamtes Ökosystem aus Home-Shopping- oder Reise-Videos. Das Portal habe zudem eine interaktive Komponente: Während die Nutzer TV schauen, können sie mit mit ihren Kontakten chatten. Der durchschnittliche Datenverbrauch pro Nutzer sei von 3,3 auf über acht GB pro Monat gestiegen. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Kunde des südkoreanischen Carriers seien innert zwei Jahren um 50 Prozent gewachsen.
IoT und 5G
Das 5G und das Internet der Dinge (IoT) Hand in Hand gehen, ist nicht neu. 5G werde innert fünf Jahren global ausgerollt werden, so Huawei. Erste Produkte, die 5G-fähig sind, will der chinessiche Konzern nächstes Jahr auf den Markt bringen. Bevor sich der neue Standard etablieren kann, müssen aber sowohl die Infrastruktur als auch die Geschäftsmodelle angepasst und dafür bereit sein. Auch die Frage der Bandbreite müsse noch endgültig geklärt werden. Wie Huawei weiter glaubt, werden auch nach und nach Legacy-Bandbreiten, derzeit für 2G und 3G verwendet, dem 5G-Bereich zugeordnet werden.
Da es auch 5G-fähige Business-Modelle benötigt, bevor sich der Standard weltweit etabliert, würden sich die Investitionen der Telcos in 4.5G lohnen. Inhalte, Services und Apps müssten zur Verfügung stehen, getestet werden – im Fall der Videos ist es etwa der Content, der produziert sein muss. Auch hier betont der chinesische Konzern die Wichtigkeit der Partner und Business-Allianzen. Die meisten Zusatzservices, wie Video oder IoT-Dienstleistungen, werden von lokalen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Sei es wegen gesetzlichen Regulierungen oder dem Vertrauen der Kunden in lokale Player.
Für die Telkos werde der B2B-Bereich zur bedeutend wichtigeren Einnahmequelle werden, als das Endkundengeschäft. Huawei verspricht ein umfassendes Angebot. Zum B2B-Portfolio gehören Lösungen für Computing, Speicher, Netzwerk sowie auch IoT- und Video-Services. Die "All-Cloud"-Strategie hat der chinesische Kontern bereits 2016 angekündigt. Am Mobile World Congress in Barcelona will Huawei sieben neue Cloud-Lösungen präsentieren. Diese sollen den Netzwerkbetreibern ermöglichen, den Endkunden Real-time, On-Demand oder All-Online-Lösungen zu bieten. (Katharina Jochum)
Interessenbindung: Die Autorin wurde von Huawei nach London (inklusive Flug und Unterkunft) eingeladen.

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