Viele Schweizer Software-Unternehmen denken an Kurzarbeit

27. März 2020, 12:37
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Kunden verschieben und stoppen IT-Projekte. Dies spürt auch die hiesige Softwarebranche, wie eine Kurzumfrage von inside-channels.ch zeigt.

570'000 Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung liegen aktuell vor. Das entspreche rund 11 Prozent der Erwerbstätigen, sagte Boris Zürcher Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag. Die Anträge stammen von 42'000 Unternehmen.
Betroffen von der aktuellen Lage sind viele Branchen, so auch hiesigen Schweizer Softwarefirmen. An einer Umfrage von inside-channels.ch haben sich fast 50 Personen von Schweizer Softwarefirmen mit Führungs- oder Personalverantwortung beteiligt.
Etwas über ein Viertel der Umfrageteilnehmer gab an, bereits Kurzarbeit beantragt zu haben. Weitere 47 Prozent sagten, darüber nachzudenken.
Die aktuelle Lage sorgt dafür, dass vielerorts Investitionen in IT-Projekte heruntergefahren werden. So sagte ein Umfrageteilnehmer – und dies dürfte bei vielen Softwarefirmen ähnlich aussehen –, dass die meisten laufenden Projekte von Kundenseite gestoppt, verschoben oder anderweitig verlangsamt worden seien.
Die Situation spiegelt sich auch in den Zahlen des Offerten-Portals Gryps wider. Bei Gryps erlebe man die Corona-Krise hautnah mit, so Gaby Stäheli, Co-CEO, auf unsere Anfrage. Man sei in täglichem Kontakt mit Kunden und Anbieter.
In der letzten Woche habe es einen starken Einbruch bei den Offerten-Anfragen gegeben, da alle KMU vorrangig mit sich selbst beschäftigt gewesen seien, führt Stäheli aus. Anfang diese Woche habe sich die Nachfrage wieder erholt, jedoch auf etwas tieferem Niveau.
Ausserdem gebe es Verschiebungen. Einige überraschten nicht, wie etwa der starke Rückgang in den Bereichen Gastro und Handel. Als Beispiele nennt Gryps Kassensysteme und Business-Kaffeemaschinen, deren Nachfrage eingebrochen ist. 
Das Volumen bei Druckern sank im Monatsvergleich um 40%. Dafür gab es in anderen Bereichen ein starkes Wachstum zu verzeichnen. So sei das Volumen bei Video-Conferencing im Vergleich zur Vormonatsperiode um 600% und bei E-Commerce um 250% gestiegen. Im Monatsvergleich sei auch die Nachfrage für App-Entwicklung um ein Viertel gewachsen. 

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