Visa schluckt API-Fintech Plaid für 5,3 Milliarden Dollar

14. Januar 2020, 12:42
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Plaid schickt sich an, nun Europa und wohl bald auch die Schweiz zu erobern.

Der Kreditkartenriese Visa übernimmt für 5,3 Milliarden Dollar das US-Fintech-Unternehmen Plaid. Der Handel soll innert der nächsten drei bis sechs Monate abgeschlossen werden.
Plaid ist Anbieter einer API-Plattform, über die Fintechs ihre Apps mit Banken oder Lieferanten von Finanzinformationen und ähnlichem verbinden können. Das Unicorn finanziert sich durch die Gebühren, die das Unternehmen für den Anschluss von den Fintech-Apps verlangt.
Das Unternehmen war in der Vergangenheit vor allem in den USA aktiv. Dort, so Plaid, nutzen mittlerweile ein Viertel aller Bankkonteninhaber Apps, die via Plaid-Schnittstellen auf Kontendaten zugreifen. Zu diesen Apps gehören zum Beispiel die Peer-to-Peer-Bezahl-App Venmo, die Investment-App Robinhood und die Kryptowährungsbörsen Coinbase und Gemini.
Seit dem letzten Herbst ist Plaid auch in Grossbritannien aktiv, und kurz darauf nahm man auch den EU-Markt ins Visier, insbesondere in Frankreich und Spanien. Zu den europäischen Banken, für das Unternehmen bereits Schnittstellen anbieten kann, gehören BBVA, Caixa und Santander sowie BNP Paribas, Societe Generale und La Banque Postale.
Es ist also gut möglich, dass Plaid in Kürze auch auf den Schweizer Markt vordringen will. In Zukunft mit dem Kreditkartenherausgeber Visa im Rücken, der wohl durch seine Glaubwürdigkeit und bereits vorhandenen langjährigen Beziehungen zu Banken zusätzlich helfen kann.

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