"Wer die Swisscom schlechtmacht, zielt an der Realität vorbei"

2. Juni 2020, 15:37
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Urs Schaeppi verteidigt den Telco nach der vierten Grosspanne und kündigt Massnahmen an.

In einem Interview mit dem 'Sonntagsblick' (Paywall) bestätigte CEO Urs Schaeppi, dass bei der vierten Panne 2020 ein Update im Mobilfunk-System zu "unerwartetem Software-Verhalten von Netzwerkkomponenten" und daraus resultierend zu einer Überlastung geführt habe. Dies trotz vorgängigem Testen. "In diesem Fall trat ein Fehler auf, der beim Testen nicht entdeckt werden konnte."
Er hielt fest, dass zwar der Mobilfunk sowie teilweise Anrufe auf Geschäftsnummern ausfielen, aber neben dem Internet auch Notrufe funktioniert hätten. Dies im Unterschied zur ersten Agentur-Meldung. "Die Blaulicht-Organisationen bestätigen, dass es keine Ausfälle gab", so Schaeppi. Swisscom habe den Grundversorgungsauftrag auch nicht verletzt.
Solche Ausfälle seien nicht zu vermeiden, so der Swisscom-Chef, angesichts eines historisch gewachsenen Netzes, das man ausbauen und leistungsfähiger machen müsse, und dies bei gleichzeitiger Verbesserung der Security. "Die Ursachen sind unterschiedlich, gemeinsam sind jedoch die Eingriffe in die Netze. Diese Eingriffe sind zwingend nötig, weil das Datenvolumen extrem wächst und die Anforderungen täglich steigen, etwa in Bezug auf Sicherheit. Es ist ein permanenter Umbauprozess in einer dynamischen Umgebung."
Zu den geplanten Massnahmen sagte er, dass Notruf-Nummern oberste Priorität hätten. Man habe zudem basierend auf einen externen Audit-Bericht mehrere Massnahmen definiert. Dazu gehöre "eine weitere Vereinfachung der Netzwerkarchitektur. Dies gehen wir unverzüglich an."
Eine interne Taskforce widme sich dem Thema Netzstabilität und rapportiere an die Konzernleitung.
Insgesamt bescheinigte Schaeppi der Swisscom, man biete "sehr gute Qualität", was auch externe Experten bestätigen würden. "Unsere Gesellschaft muss lernen, dass Störungen nicht auszuschliessen sind", hielt der Konzernchef an die Adresse von Kritikern fest. "Wer die Swisscom schlechtmacht, zielt an der Realität vorbei."

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