Wie die ETH den Informatikunterricht fördert

16. September 2009, 09:38
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Lehrmittel und -Pläne, Informatik-Olympiade, Bildungsportal, Aus- und Weiterbildung von Informatiklehrkräften: Ein Überblick über die Aktivitäten der ETH Zürich zur Förderung des Informatikunterrichts.

Grafik: Übersicht über die Dienstleistungen des Ausbildungs- und Beratungszentrums für Informatikunterricht nach Zielgruppen.
Die Informatik ist in der heutigen Gesellschaft – wie die Mathematik – eine Grundlagendisziplin. Sie sollte deshalb in den Lehrplänen aller Ausbildungsstufen angemessen berücksichtigt werden. Das Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht (ABZ) der ETH Zürich möchte mit mannigfaltigen Dienstleistungen die Informatikausbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene nachhaltig fördern. Dazu bietet es unter anderem Informatikunterricht an ausgewählten Mittelschulen an. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Programmieren, Automatenentwurf, ferner Algorithmen und Datenstrukturen, Datenverwaltung und Informationssysteme, Visualisierung, numerische Algorithmen, Kommunikationsnetze, Informationstheorie, Kryptologie, Berechenbarkeit, Geschichte der Informatik, Gestaltung von Webseiten, zufallsgesteuerte Systeme sowie Biorechner. ETH-Professoren und Assistierende unterrichten vor Ort an den einzelnen Schulen. Bisher ist eine rege Nachfrage zu verzeichnen. Bereits sind rund ein Dutzend Schulen mit von der Partie.
Lehrmittel und Musterlehrplan für das Ergänzungsfach Informatik
Das Angebot des ABZ umfasst ferner die Aus- und Weiterbildung von Informatiklehrpersonen. Zur Wahl stehen mehrere Studiengänge: Das Lehrdiplom für Maturitätsschulen in Informatik sowie das Didaktikzertifikat in Informatik. Für Lehrpersonen, die das neue gymnasiale Ergänzungsfach Informatik unterrichten möchten, gibt es einen besonderen Zertifikatslehrgang Informatik für Lehrkräfte (Certificate of Advanced Studies).
Das ABZ stellt Lehrmittel zur Informatik zur Verfügung und hat einen sehr ausführlichen Musterlehrplan für das Ergänzungsfach Informatik ausgearbeitet sowie eine Umfrage zum Programmierunterricht und zum Ergänzungsfach Informatik durchgeführt. Geplant ist die Herausgabe einer deutsch/englischen Zeitschrift "Fachdidaktik Informatik" mit international besetztem Redaktionsbeirat.
Im Rahmen des Projekts Hochschule und Gymnasium (HSGYM) wirkt das ABZ in der Kerngruppe Informatik mit. Der Bericht "Hochschulreife und Studierfähigkeit" ist Anfang 2009 erschienen.
Bildungsportal EducETH mit Unterrichtsmaterialien
Zahlreiche hochwertige Unterrichtsmaterialien und Abhandlungen zur Informatik sind über das Bildungsportal der ETH Zürich, EducETH, abrufbar. Das ABZ ist für den Inhalt des Informatikteils von EducETH verantwortlich.
Für die preisgekrönte Dauerausstellung "As Time Goes Byte" des Museums für Kommunikation in Bern wurde eine Programmierecke eingerichtet. Mit "ETH unterwegs" finden Wanderausstellungen an Kantonsschulen statt.
Ganzjähriges Training für die Schweizer Informatik-Olympiade
Das ABZ betreut in fachlicher Hinsicht die Schweizer Informatik-Olympiade durch ein ganzjähriges systematisches Training. Mit Erfolgen an der Internationalen Informatik-Olympiade soll das Fach Informatik an unseren Mittelschulen aufgewertet werden. An der Internationalen Informatik-Olympiade 2008 in Ägypten (Kairo) haben zwei Schweizer Gymnasiasten je eine Silbermedaille gewonnen.
Das ABZ beteiligt sich überdies an den Informationstagen und Studienwochen für Mittelschülerinnen und Mittelschüler, an der Ausstellung von (technischen) Maturaarbeiten sowie an der Wanderausstellung "ETH unterwegs."
Öffentliche Veranstaltungen für jung und alt: Open Class
Das ABZ führt sehr erfolgreiche öffentliche Veranstaltungen wie die Open Class durch. Zu den Inhalten gehören etwa die "Sieben Wunder der Informatik" und "Programmieren für Alle". Gemeinsam mit der Universität Zürich wurde mehrere Jahre lang die viel beachtete Ringvorlesung "Informatik macht Schule" durchgeführt. Vorgesehen ist eine Diskussionsplattform für das Gymnasialfach Informatik.
Das ABZ beteiligt sich zudem am Kolloquium über Mathematik, Informatik und Unterricht des Departements Mathematik der ETH Zürich sowie am ETH-UZH-Kolloquium für Informatiklehrkräfte (UZH = Universität Zürich).
Rechnergestütztes Lernen durch elektronische Tutorials
Dieses Angebot richtet sich an Lehrpersonen, die Informatik problemorientiert im Computerlabor unterrichten möchten. Das E.Tutorial® ist eine computergestützte E-Learning-Applikation, die am Institut für Computational Science der ETH Zürich für den Informatikunterricht direkt mit und am Computer in einem interdisziplinären Umfeld entwickelt wurde.
Lehrpersonen haben die Möglichkeit, solche Applikationen aus einem Pool bereits existierender E.Tutorials® zu den Themen "Umgang mit digitalen Daten" (Internet, Simulation, Datenvisualisierung, Datenverwaltung, Makroprogrammierung) und "Einführung ins Programmieren" (systematische Programmentwicklung mit Turbo Pascal, Delphi oder Java) im eigenen Unterricht einzusetzen oder selber E.Tutorials® zu neuen Lerninhalten zu erstellen. (Herbert Bruderer)
(Herbert Bruderer ist Geschäftsführer des Ausbildungs- und Beratungszentrums für Informatikunterricht (ABZ) der ETH Zürich)
(Grafik: (c) by ETH Zürich. Übersicht über die Dienstleistungen des Ausbildungs- und Beratungszentrums für Informatikunterricht nach Zielgruppen.)

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