Zürich gehört zu Europas bevorzugten Tech-Destinationen

7. Dezember 2018, 12:29
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Als Technologie-Standort spielt insbesondere Zürich in der ersten Liga Europas mit.

Als Technologie-Standort spielt insbesondere Zürich in der ersten Liga Europas mit. Das zeigt die jüngste vom Londoner Risikokapitalgeber Atomico, der Anwaltskanzlei Orrick und dem Veranstalter der Startup-Messe Slush vorgelegte Studie "The State of European Tech 2018". In dieser zum vierten Mal durchgeführten Analyse der europäischen Unternehmensgründerszene sind Daten von 20 Partnern und 5'000 befragten Personen aus der Tech-Branche eingeflossen.
Die Resultate zeigen, dass allein in der Region Zürich inzwischen fast 100'000 Entwickler arbeiten. Wir nehmen an, dass die Autoren die "Region Zürich" sehr weit fassen. Das ist Platz zehn in der Auswertung. Den ersten Platz belegt London mit rund 350'000 Developern. Damit sei Zürich auf dem besten Weg, bedeutender Tech-Standort in Europa zu werden, schreibt denn auch die 'Handelszeitung'. Ist doch die Zürcher-Szene laut der Studie genauso gross wie die des Startup-Hotspots Berlin. Die grösste Stadt der Schweiz würde nur darum kaum als Tech-Standort wahrgenommen, weil die Entwickler hierzulande weniger vernetzt sind als in der deutschen Hauptstadt.
Zudem hat sich Zürich offensichtlich als sogenannte Movers-Destination einen Namen gemacht, rangiert die Limmatstadt hier doch auf Rang sieben. Insbesondere für Zuzüger von ausserhalb des Kontinents, die sich im Tech-Ökosystem der EU festsetzen wollen, gehört die Schweiz somit zu den bevorzugten Ländern. Eine Entwicklung die vor allem dem Crypto Valley in Zug geschuldet ist, das als europäisches Zentrum der Blockchain-Technologie gilt.
Interessant ist weiter, dass die Zürcher Kantonalbank nach BNP Paribas als zweitgrösster Startup-Investor von Europa genannt wird. In den letzten 12 Monaten hatte sich die ZKB an 28 Finanzierungsrunden beteiligt, "das ist mehr als die 'Accelerators' von deutschen Industriegrössen wie Siemens oder Deutsche Telekom".
Seit 2013 sind rund 2,46 Milliarden Dollar an Wagniskapital in die Schweiz geflossen geflossen. Damit rangiert das Nicht-EU-Mitglied auf Platz sieben, so die Studie. Allerdings gehört Zürich auch zu den teuersten Pflastern für Tech-Startups. Denn nur in Dublin, Stockholm, Paris und London übertreffen die hiesigen Büromieten von 757 Dollar pro Quadratmeter. Als Pluspunkt wertet die Studie allerdings die Bedeutung der ETH für die Stadt an der Limmat, nach Oxford die zweitbeste Uni im Bereich Computer Sciences nicht nur Europas sondern der Welt.
Eher wenig überraschend kommt in der Studie zum Vorschein, dass Frauen in der Technologie-Entwicklung weiterhin kaum eine Rolle spielen. Von den zuletzt 23 Milliarden Dollar investiertem Wagniskapital gingen 93 Prozent an männliche Tech-Gründer, die 85 Prozent der Gesamtinvestitionen einstrichen. Kaum anders stellt sich die aktuelle Situation auf den Chefetagen dar. Nur eine Frau ist unter den 175 CTOs der Tech-Startups, immerhin sechs Prozent sind CEOs und bei den Finanzchefs liegt die Frauenquote bei 20 Prozent. Die Studie steicht denn auch heraus, dass sich etwa die Hälfte der Frauen in der Tech-Szene diskriminiert fühlt. (vri)

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