Zürich startet endlich die IT-Erneuerung im Justizvollzug

15. Juli 2021 um 15:09
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Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat nun grünes Licht für die Einführung der neuen Fachapplikation Justizvollzug gegeben.

Die lange Vorgeschichte der Ablösung des veralteten Rechtsinformationssystems der Direktion der Justiz und des Innern (JI) des Kantons Zürich dürfte nun ein Ende gefunden haben. Das legt jedenfalls ein Regierungsratsbeschlusses vom 7. Juli nahe. Auf ihn dürfte zurückgehen, dass nun unter dem Projektnamen "FAJuV - Juristische Fachapplikation" ein von Ende 2018 stammender Auftrag im Umfang von rund 14,9 Millionen Franken erneuert an Abraxas vergeben worden ist.
Die IT-Spezialisten werden die "Lieferung, Konzeption, Realisierung und Einführung sowie Wartung einer juristischen Fachapplikation für die automatisierte elektronische Geschäfts- und Dossierverwaltung für rund 1'500 Mitarbeitende für den Bereich Justizvollzug und Opferhilfe des Kantons Zürich" übernehmen, heisst es auf Simap.
Das Protokoll des Regierungsrats braucht 11 Seiten (PDF), um den langen Weg bis zur neuen Auftragsvergabe zu verdeutlichen. Demnach ist das ursprüngliche Rechtsinformationssystem (RIS) der JI des Kantons eine Eigenentwicklung, die seit 2000 im Betrieb ist. Ab 2014 kam dann teilweise eine Nachfolgeversion (RIS2) zum Einsatz, die zu einer neuen gemeinsame Geschäftsverwaltungssoftware ausgebaut werden sollte. Allerdings gelang das nicht, 2016 entschied man sich für ein auf dem Markt erhältliches Standardprodukt. So wurde 2017 das Projekt Fachapplikation Justizvollzug (FAJuV) aufgegleist, im Sommer 2018 ausgeschrieben und im September des gleichen Jahres an Abraxas vergeben. Dagegen erhob allerdings der unterlegene Mitbieter eine Beschwerde, die vom Verwaltungsgericht im Sommer 2019 als unbegründet abgewiesen wurde.
Dass in dem Projekt inzwischen Zusatzkosten von rund 720'000 Franken angefallen sind, wird nach dieser Projektvita nicht verwundern. So enthalten diese zusätzlichen Projektkosten Aufwände wie Anwaltskosten, Beratungsdienstleistungen und Projektunterstützung, steht denn auch in dem Regierungsratsprotokoll.

2025 soll das neue System laufen

JI-Sprecherin Stefanie Keller teilt auf Anfrage mit, dass der Rechtsstreit "die Auftragsvergabe und den Start des Projekts erheblich verzögert" habe. Allerdings sei die Zeit "zur Harmonisierung der Prozesse innerhalb von Justizvollzug und Wiedereingliederung (JuWe) genutzt" worden. Inzwischen sei nun die Konzeptphase abgeschlossen, der Auftrag an Abraxas erteilt "und es erfolgt die Freigabe der Phase Realisierung des Projekts".
Die Einführung der neuen Fachapplikation und damit die Ablösung der bisherigen Applikation sei für das zweite Halbjahr 2023 geplant, so Keller.
Laut Regierungsrat steht die Realisierung "unter der Leitung der IT JI in Zusammenarbeit mit dem JuWe". Weiter heisst es im Protokoll: "Die Umsetzung der Applikation erfolgt in mehreren vertraglich vereinbarten Releases mit verzugsbegründenden Meilensteinen, wobei bereits mit dem Release 1.0 die Ablösung von RIS1 erfolgt". Laut Projektplan wird dann Ende 2024 mit den Folge-Releases 1.1 und 1.2 das gesamte Projekt FAJuV abgeschlossen sein. Bis Ende 2025 soll Abraxas dann noch Änderungen "mit dem gleichen Entwicklungsteam in den Releases 1.3 und 1.4" umsetzen.

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