Postfinance schliesst Sicherheitslücke

24. Februar 2022, 15:10
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Eine Sicherheitslücke ermöglichte jahrelang den Einblick in Kundendaten bei der Bank des Gelben Riesen.

Bei Postfinance hat seit 2019 eine Sicherheitslücke im E-Banking bestanden. Diese ermöglichte bei genug technischem Geschick den Einblick in die Daten von Kundinnen und Kunden. Der Finanzdienstleister bestätigte entsprechende Recherchen der 'Republik'.
Über die Sicherheitslücke im E-Banking von Postfinance konnte der Informatiker Simon Gantenbein, Vorstandsmitglied der Digitalen Gesellschaft Schweiz, laut dem Bericht 350'000 Kundendaten herunterladen. Kern des Problems sei, dass das System der Postfinance bei einer Überweisung nach Eingabe der Postkontonummer automatisch Name und Adresse der Empfängerin oder des Empfängers ergänze. Dies habe ihm den Massendownload ermöglicht. Er habe das Experiment freiwillig gestoppt, und die Bank auf die Lücke aufmerksam gemacht. "Es gibt 4,2 Millionen Konten bei Postfinance. Hätte ich mein Programm in die Cloud ausgelagert und mit voller Geschwindigkeit laufen lassen, so hätte ich innert zwei Wochen den kompletten Kunden­stamm herunter­laden können", so Gantenbein zum Online-Magazin.
Nachdem Gantenbein die Bank auf die Sicherheitslücke aufmerksam gemacht habe, sei das Problem mit einem Software-Update behoben worden. "Wir hatten direkten Kontakt sowie einen konstruktiven Austausch mit dem Informatiker", erklärte Postfinance-Sprecher Rinaldo Tibolla auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP'. Dank des Hinweises habe man die Zugangssperre für repetitive Abfragen "innerhalb kürzester Zeit" wieder aktivieren können. Am System, dass nach der Eingabe einer Konto­nummer automatisch der Name des Empfängers erscheint, will die Bank jedoch festhalten.

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