Schweizer Banken setzen auf Automatisierung statt Stellenabbau

10. Juni 2026 um 11:55
image
Foto: A Chosen Soul / Unsplash+

Der Kostendruck auf die IT von Schweizer Retailbanken bleibt hoch. Um Ausgaben zu senken, setzen die Institute vor allem auf Automatisierung, Standardisierung und Kooperationen.

Für Schweizer Retailbanken sind die IT-Kosten derzeit die grösste Herausforderung im IT-Sourcing. Das geht aus einer Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern hervor. Für die Untersuchung wurden Ende 2025 insgesamt 88 IT-Verantwortliche von Retailbanken angeschrieben, 43 Institute beteiligten sich an der Befragung.
Um die Betriebskosten zu senken, setzen laut Umfrage 90% der Banken auf Prozessoptimierung und Automatisierung. Fast ebenso viele Institute (86%) nennen Kooperationen und gemeinsame Plattformen mit anderen Banken oder Dienstleistern als wichtige Massnahme. Zudem würden 64% der Befragten das Ziel verfolgen, ihre IT-Landschaften zu vereinfachen und stärker zu standardisieren.
Deutlich zurückhaltender zeigen sich die Banken beim Personalabbau. Gemäss Studie betrachten nur 40% der Institute Stellenreduktionen als Option zur Kostensenkung. Ebenso viele Banken sehen Potenzial im Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Effizienzsteigerungen im bestehenden Betrieb derzeit höher gewichtet werden als strukturelle Einschnitte.

Outsourcing bleibt zentral

Die Studie zeigt zudem, dass Outsourcing im Schweizer Retailbanking weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Mehr als 90% der befragten Banken lagern IT-Aufgaben ganz oder teilweise an externe Partner aus. Besonders verbreitet sei die Auslagerung im Anlagegeschäft und im Zahlungsverkehr. Für die kommenden Jahre erwarten die Studienautorinnen und -autoren weitere Zuwächse bei der Auslagerung von IT-Leistungen sowie in den Bereichen Zahlungsverkehr und Risikomanagement.
Gleichzeitig gewinnen neue Technologien an Bedeutung. Im Zahlungsverkehr werde KI bereits bei der Betrugserkennung und der Überwachung regulatorischer Vorgaben eingesetzt. Im Hypothekargeschäft stehen KI-Anwendungen laut Studie hingegen noch am Anfang und kommen bislang vor allem in unterstützenden Prozessen wie Dokumentenmanagement und Datenerfassung zum Einsatz.

Loading

Mehr zum Thema

image

Ständerat will digitale Souveränität stärken

Die kleine Kammer hat mit einer deutlichen Mehrheit einer Motion für ein Impulsprogramm zur Stärkung der digitalen Souveränität der Schweiz zugestimmt.

publiziert am 10.6.2026
imageAbo

Wie es um die problembehaftete Software Citysoftnet steht

Das Fallführungssystem führte nach Bern auch in Zürich zu Klagen von Angestellten und Sozialhilfeempfängern. Der Ombudsmann und die Sozialen Dienste äussern sich.

publiziert am 9.6.2026
image

Waadt erneuert Plattform für Grundbuchdaten

Die Lösung "Intercapi Public" soll den Zugang zu öffentlichen Grundbuchdaten des Kantons vereinfachen und gleichzeitig Missbrauch erschweren.

publiziert am 9.6.2026
image

Postauto zieht Gratis-Wlan den Stecker

Bis Ende 2026 können Fahrgäste noch ins fahrende Internet. In neuen Fahrzeugen kann man schon nicht mehr surfen.

publiziert am 9.6.2026