Lockbit ist die derzeit umtriebigste Ransomware-Bande. Bis anhin nahmen die Cyberkriminellen bei ihren Angriffen Windows- und Linux-Systeme sowie Esxi-Server von VMware ins Visier. Neu hat Lockbit offenbar auch Verschlüsselungsprogramme entwickelt, die auf MacOS abzielen, berichten Security-Forscher von Malwarehunterteam.
"Soweit ich das beurteilen kann, ist dies die erste auf Mac-Geräte von Apple abzielende Version der Lockbit-Ransomware, die ich gesehen habe", heisst es in einem Tweet. Vermutlich sei dies auch eine Premiere unter den "grossen Gangs".
Die Forscher haben ein Zip-Archiv entdeckt, welches die meisten verfügbaren Verschlüsselungsprogramme von Lockbit enthält. Darin fanden sie auch bisher unbekannte Malware für MacOS sowie für ARM-, FreeBSD-, Mips- und Sparc-CPUs. Ein Verschlüsselungsprogramm namens "locker_Apple_M1_64" ziele auf neuere Macs ab, die auf Apple-Silikon laufen. Auch für PowerPC-CPUs von älteren Macs fand sich ein Programm.
Das Security-Magazin
'Bleeping Computer' analysierte das Programm für Apple M1 und fand Zeichenfolgen, "die in einem MacOS-Verschlüsselungsprogramm fehl am Platz sind". Das deute darauf hin, dass diese willkürlich zusammengewürfelt wurden und es sich um einen Test-Build handle. Es sei deshalb eine "gute Nachricht", dass diese Programme wahrscheinlich noch nicht für den Einsatz bei tatsächlichen Angriffen auf Apple-Geräte bereit seien.
"Es scheint, dass MacOS jetzt auf ihrem Radar ist. Aber abgesehen davon, dass es für MacOS kompiliert und eine grundlegende Konfiguration hinzugefügt wird, ist das Programm noch lange nicht bereit für den Einsatz", sagte der MacOS-Sicherheitsexperte Patrick Wardle dem Magazin.
Es sei aber absehbar, dass zukünftig fortschrittlichere und optimierte Verschlüsselungsprogramme für weitere, bisher noch nicht attackierte CPU-Architekturen veröffentlicht würden. 'Bleeping Computer' nahm auch Kontakt mit einem Lockbit-Vertreter auf. Dieser erklärte, dass der Mac-Verschlüsselungscode "aktiv entwickelt wird".