PSI schaltet seine Supercomputer ab

28. August 2025 um 13:50
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Der Supercomputer Alps. Foto: CSCS

Das Paul Scherrer Institut bekommt einen neuen Supercomputer. Die Maschine steht allerdings nicht mehr in Villigen, sondern im Nationalen Supercomputing-Zentrum in Lugano.

Während zwei Jahrzehnten betrieb das Paul Scherrer Institut eigene Supercomputer am Standort Villigen. Die Rechencluster Merlin-1 bis Merlin-6 waren jeweils um ein Vielfaches schneller als ihr Vorgänger. Das gilt auch für Merlin-7, den das Institut aktuell in Betrieb nimmt.
Wie es in einer Mitteilung heisst, unterscheide sich Merlin-7 jedoch nicht nur durch die höhere Rechenleistung von seinen Vorgängern. Die Maschine stehe nicht mehr im PSI in Villigen, sondern im Nationalen Supercomputing-Zentrum der Schweiz (CSCS) in Lugano. Sie sei ein Teil des Supercomputers Alps, dem derzeit achtschnellsten Rechner der Welt.
Der Wechsel vom hauseigenen Rechenzentrum zum geteilten Hochleistungscluster biete dem PSI diverse Vorteile, erklärt das Institut. So könnten die Forschenden für besonders rechenintensive Aufgaben kurzfristig mehr Leistung abrufen. Daneben punkte der Rechner durch seine hohe Effizienz. Alps verbrauche deutlich weniger Strom als die meisten anderen Supercomputer seiner Klasse. Dies sei einerseits auf die energieeffiziente Hardware zurückzuführen, andererseits erfolge die Kühlung mit Wasser aus dem Luganersee.

Dicke Glasfaserleitung nach Lugano

Für die Forschenden bedeutet das Hardware-Outsourcing keine Veränderung ihrer Arbeit. "Für unsere Nutzerinnen und Nutzer ändert sich nichts", verspricht Alun Ashton, Leiter der IT-Infrastruktur für wissenschaftliche Anwendungen am PSI, in der Mitteilung. "Dank zweier Glasfaserleitungen mit einer Datenübertragungsrate von je 100 Gigabit pro Sekunde fühlt es sich für unsere Mitarbeitenden so an, als stünde Merlin-7 nicht in Lugano, sondern wie früher einen Steinwurf von ihren Büros entfernt."
Für das CSCS sei die Zusammenarbeit im Bereich des Supercomputing eine Premiere, so das PSI. Das Institut ist der erste Tenant, der Alps in einem Infrastructure-as-a-Service-Modell nutzt. Weitere Tenants seien das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, die beiden ETHs sowie das Cern, die heute die Rechenressourcen am CSCS nutzen. Sie alle kämen aber nur für einzelne Projekte nach Lugano und besässen noch eigene Hardware.
Die Hardware wird am PSI nun offenbar abgeschaltet. Derzeit werde Merlin-7 auf Herz und Nieren getestet. Nach heutiger Planung sollen die Vorgänger Merlin-5 und Merlin-6 bis Ende Jahr endgültig heruntergefahren werden, so das PSI.

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