Die Ransomware-Bande Lockbit hat das Saint Anthony Hospital, ein Kinderspital in Chicago, angegriffen. Sie droht, beim Angriff gestohlene Patientendaten zu veröffentlichen beziehungsweise zu verkaufen. Vom Spital verlangt sie ein Lösegeld von 800'000 Dollar für die Lieferung eines Schlüssels, um Daten zu entschlüsseln und die gestohlenen Daten zu löschen.
Das vor über 100 Jahren gegründete Saint Anthony Hospital ist ein von Spenden getragenes Spital, das keine Profite macht. Es bietet medizinische Services für wenig betuchte Patienten aus Kommunen in seiner Umgebung und verspricht, niemals jemanden abzuweisen. Es ist zu bezweifeln, ob das Spital überhaupt die Mittel hätte, das Lösegeld zu bezahlen.
Einst hatte die Lockbit-Bande behauptet, moralische Werte zu haben und versprochen, keine Non-Profit-Organisationen anzugreifen. Als eine ihrer Partnerbanden letztes Jahr ein Kinderspital in Toronto attackierte, entschuldigte sich Lockbit noch, schickte dem Spital einen Entschlüssler und verbannte die Partnerbande.
Wer im Glashaus sitzt…
Nun hat Lockbit das einstige Versprechen über Bord geworfen. Die dünne Pauschalbegründung: "US-Spitäler stellen ihre gierigen finanziellen Interessen immer über die ihrer Patienten und Klienten." Das trifft bei weitem nicht auf alle Spitäler in den USA zu. "Ransomware-Banden stellen ihre gierigen finanziellen Interessen immer über die ihrer Opfer", würde wohl eher stimmen.
Das Spital hat den Angriff bestätigt. Er fand am 18. Dezember statt, dass Daten abgeflossen waren, wurde aber erst im Laufe der Untersuchungen erkannt. Gemäss dem Saint Anthony Hospital handelt es sich dabei auch um Informationen zu Patienten, medizinische Daten oder finanzielle Informationen seien aber nicht betroffen. Man habe Sofortmassnahmen ergriffen, um das Netzwerk zu sichern und den Betrieb ohne Unterbrüche aufrecht erhalten können.