Laut der Jahresauswertung des österreichischen Unternehmens Risikomonitor wurden 2025 insgesamt 58 Schweizer Organisationen Opfer von Ransomware-Angriffen. Im Jahr zuvor waren es 77 Fälle. Zum Vergleich: In Österreich wurden gemäss Risikomonitor 2024 insgesamt 25 Fälle registriert, 2025 stieg die Zahl dort auf 37.
Die Analyse basiert auf der Beobachtung von Leak-Seiten aktiver Ransomware-Gruppen. "Wir tracken derzeit 1668 Gruppen", erklärt Manuel Löw-Beer, Cybersecurity-Spezialist und CTO von Risikomonitor, gegenüber inside-it.ch. Man zähle ausschliesslich verifizierte Angriffe, bei denen es zu einer Veröffentlichung oder einer glaubwürdigen Androhung kam. Die Dunkelziffer nicht veröffentlichter oder abgewehrter Angriffe dürfte deutlich höher liegen.
KI und RaaS-Modelle prägen die Cybercrime-Landschaft
Der starke Anstieg der Fallzahlen in der Schweiz zwischen 2023 und 2024, von 23 Fällen auf 77, führt Löw-Beer auf die zunehmende Automatisierung der Angriffe zurück. "Ransomware wird immer mehr automatisiert (KI) und auf der anderen Seite 'industrialisiert', im Sinne von Ransomware as a Service", erklärt Löw-Beer. Das senke die Einstiegshürden massiv, da das technische Know-how zugekauft werde.
Der Rückgang im Jahr 2025 deute allerdings darauf hin, dass Schweizer Unternehmen im internationalen Vergleich verstärkt in Patching, Updates und grundlegende Sicherheitsmassnahmen investiert haben. Das zeigt sich wohl auch im Vergleich zu den österreichischen Nachbarn.
Zwar sind die Fallzahlen 2025 in der Schweiz höher als in Österreich, insgesamt sei jedoch ein Rückgang im Vorjahresvergleich zu sehen. In Österreich hingegen gab es laut Analyse im Jahr 2025 zwölf bestätigte Ransomware-Fälle mehr als im Vorjahr. Löw-Beer sieht hier die Schweiz mit ganz klarem Cybersecurity-Vorsprung. "Viele andere Länder können sich in puncto IT-Sicherheit was von der Schweiz abschauen", sagt der Cybersecurity-Spezialist.
Aktive Gruppen
Zu den in der Schweiz 2025 aktivsten Gruppen zählen der Analyse zufolge Akira, Qilin und Play. Weltweit dominierten 2025 unter anderem Qilin, Akira, Clop, Play und Incransom. Insgesamt seien 306 Ransomware-Gruppen im vergangenen Jahr aktiv gewesen, mit 8131 bekannten Opfern.
Die weltweit geforderte statistische Lösegeldsumme belief sich 2025 laut Risikomonitor auf rund 3,5 Milliarden Euro. In den meisten Fällen lagen die initialen Forderungen bei rund vier Bitcoin, wobei der effektiv bezahlte Betrag nach Verhandlungen häufig deutlich darunter lag.