RAV schliesst 20 Millionen schweres IT-Projekt ab

7. April 2022 um 15:08
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Der 2018 an Adesso vergebene Auftragsteil zur Modernisierung des IT-Systems für die Arbeitsvermittlung und Arbeitsmarktstatistik (AVAM) ist früher als geplant umgesetzt worden.

Das wichtigste Arbeitsinstrument der regionalen Arbeitsvermittlungs­zentren (RAV) arbeitet dank technologischer Erneuerung nun schneller und hat eine optimierte, moderne Benutzeroberfläche mit neuem Design erhalten. Das teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit. Das Altsystem habe nach 12 Jahren Betrieb das Ende des Lebenszyklus erreicht.
Weiter heisst es, das als strategisch eingestufte Projekt zur Modernisierung der IT-Systeme für die Arbeitsvermittlung und Arbeitsmarktstatistik (AVAM) sei bereits Ende 2021 abgeschlossen worden, 3 Monate früher als geplant. Zudem sei die Erneuerung während der 2 Jahre ab Ende 2019 zu Projektkosten von 20,5 Millionen Franken umgesetzt worden. Damit seien gut 4 Millionen Franken der ursprünglich budgetierten Kosten von 24,7 Millionen Franken eingespart worden.
Das Seco schreibt weiter, dass mit der jetzigen Erneuerung der Lebenszyklus des AVAM-Systems inklusive laufender Wartung bis mindestens 2027 technisch gesichert sei. Das Seco verbindet mit dieser Feststellung allerdings den Hinweis, dass man "sich frühzeitig mit der nächsten Generation eines IT-Systems für die RAV auseinanderzusetzen" solle.
Bei der Auftragsvergabe an Adesso im Sommer 2018 war quantifiziert worden, dass das AVAM-System von etwa 4300 Benutzern an etwa 300 Benutzerstellen verwendet werde. Sie würden darüber ungefähr 209'000 Personen und 10'000 Stellenangebote betreuen und bewirtschaften. Mit dem Erneuerungsprojekt wurde unter anderem auch eine Steigerung der Benutzer und der betreuten Personen um 50% Prozent angestrebt.
Das Gesamtprojekt war damals für 66,6 Millionen Franken vergeben worden. Es umfasst allerdings neben den nun erfolgten Modernisierungen "auch Leistungen für die Wartung, Support, Applikationsbetrieb, Weiterentwicklung und Projekte für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren mit einer Obergrenze von rund 45 Millionen Franken", wie das Seco auf Anfrage mitteilt.
Kurz- und mittelfristig stünden vor allem die Weiterentwicklungen der bestehenden Anwendung auf der Agenda. Die habe man während der Projektdauer teilweise zurückstellen müssen, erklärt Mediensprecher Fabian Maienfisch. Zudem rückten nun auch "Vorhaben im Bereich der weiteren Digitalisierung der Vollzugstätigkeit und des Ausbaus der bereits rege genutzten Online-Services" in den Fokus.

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