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Schweiz vorn – aber KI braucht Erklärung

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Schweizer Wissensarbeiter haben die gesündeste Beziehung zur Arbeit unter den entwickelten Märkten. Sie nutzen KI so selbstverständlich wie nie – wissen aber oft nicht, was das für ihre Rolle bedeutet. Was daraus für CIOs und IT-Teams folgt.

35 Prozent der Schweizer Wissensarbeiter haben eine gesunde Beziehung zu ihrer Arbeit, sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das ist laut dem HP Work Relationship Index 2026 der höchste Wert aller entwickelten Märkte, deren Durchschnitt bei 23 Prozent liegt. Über diese Zahl habe ich mich gefreut. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich allerdings, dass gleichzeitig erhebliche Unsicherheit besteht.
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Ein Drittel der Wissensarbeiter in der Schweiz hat ein gesundes Verhältnis zur Arbeit.
KI ist im Alltag angekommen
Innert eines Jahres ist der Anteil der Wissensarbeiter, die vom Arbeitgeber bereitgestellte KI täglich oder wöchentlich nutzen, von 44 auf 65 Prozent gestiegen. Jeder Dritte wendet sich mit einer Arbeitsfrage zuerst an die KI und erst danach an Kolleginnen und Kollegen. Bei KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen, liegt die Schweiz mit 38 Prozent allerdings unter dem weltweiten Durchschnitt von 43 Prozent und hinter Deutschland und Österreich.
Was fehlt, ist die Erklärung
Nur 39 Prozent der Schweizer Wissensarbeiter sagen, ihr Unternehmen kommuniziere klar, wie KI ihre Rolle verändern könnte. Nur ein Viertel berichtet, dass über die Folgen von KI für Rollen oder Stellen überhaupt gesprochen wurde.
Weltweit zeigt sich gleichzeitig, dass KI Organisationsstrukturen bereits verändert: Rund sechs von zehn Führungskräften und IT-Entscheidern berichten von neu geschaffenen Rollen oder Teams. Für Unternehmen entsteht damit eine kommunikative Aufgabe: Strategische Veränderungen müssen auch für die betroffenen Mitarbeitenden verständlich werden.
55 Prozent empfinden einen Jobwechsel derzeit als zu riskant, bei der Gen Z sind es 62 Prozent. 52 Prozent setzen lieber auf übertragbare Fähigkeiten als auf den klassischen Aufstieg, und fast ein Viertel hat sich ein zusätzliches Einkommen aufgebaut. Das deutet darauf hin, dass sich viele Beschäftigte selbst absichern – möglicherweise auch, weil ihnen die Orientierung fehlt, wohin die Entwicklung führt.
Mehr KI braucht mehr Begleitung
Mit der Erfahrung wachsen die Sorgen. Unter den Nutzern von KI-Agenten befürchten 31 Prozent, dass ihre Rolle schwerer zu definieren sein wird, und 37 Prozent, von jemandem mit mehr KI-Know-how ersetzt zu werden. Bei Beschäftigten, die nur generative KI nutzen, sind es jeweils 23 Prozent. Dabei sagen 59 Prozent der Agenten-Nutzer, dass die KI-Schulungen ihres Unternehmens mit dem Tempo der Technologie Schritt halten, gegenüber 37 Prozent bei den übrigen.
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Die Zahlen zeigen zumindest, dass mehr Erfahrung und bessere Schulung nicht automatisch weniger Unsicherheit bedeuten. Zur Weiterbildung braucht es deshalb auch Orientierung darüber, wie sich Aufgaben und Rollen verändern können.
Was IT-Teams jetzt tun können
Gefragt, welche Technik ihnen am meisten helfen würde, nennen 51 Prozent der Schweizer Wissensarbeiter schnellere und zuverlässigere Geräte, mit Abstand die häufigste Antwort. Es folgen Tools, mit denen sie neue Fähigkeiten lernen können (38 Prozent), und auf die eigene Rolle zugeschnittene KI-Werkzeuge (37 Prozent). Einen neuen, für KI ausgelegten Computer haben aber erst 40 Prozent erhalten. Bei Führungskräften und IT-Entscheidern sind es weltweit rund zwei Drittel.
Für CIOs ergeben sich daraus aus meiner Sicht drei Aufgaben:
  • KI-fähige Geräte dort ausrollen, wo täglich mit KI gearbeitet wird, und nicht zuerst im Management.
  • Schulungen am tatsächlichen Einsatz ausrichten und mit der Frage verbinden, wie sich Rollen verändern.
  • IT-Probleme erkennen, bevor Mitarbeitende sie melden. Wo die IT proaktiv arbeitet, haben IT-Entscheider weltweit häufiger eine gesunde Beziehung zur Arbeit (53 gegenüber 35 Prozent).
Der Schweizer Vorsprung ist eine gute Ausgangslage. Ob er hält, hängt davon ab, ob Unternehmen ihren Mitarbeitenden erklären, was KI an ihrer Arbeit verändert, und ihnen die Geräte und Schulungen geben, die sie dafür brauchen.
Über den HP Work Relationship Index 2026
HP hat zum vierten Mal in Folge untersucht, wie Beschäftigte ihr Verhältnis zur Arbeit erleben. Für die Kernstudie wurden zwischen dem 15. April und dem 20. Mai 2026 insgesamt 19’506 Büroangestellte in 15 Ländern befragt: 15’003 Wissensarbeiter, 3’002 IT-Entscheidungsträger und 1’501 Führungskräfte. Die Schweizer Daten stammen aus einer ergänzenden Online-Befragung von 300 Wissensarbeitern im August 2026. Angaben zu IT-Entscheidern und Führungskräften beziehen sich auf den weltweiten Durchschnitt.

Mehr zum HP Work Relationship Index 2026
Autor:
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Peter Zanoni, Managing Director HP Schweiz

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