Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

29. September 2022 um 11:50
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Foto: Morgan Thompson / Unsplash

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

Die Schweiz schleicht sich zum ersten Mal seit 2 Jahren erneut unter die Top 5 in einer jährlich durchgeführten Studie zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit. Im "United Nations E-Government Survey 2022" schneidet sie hingegen nur mässig ab.

Schweiz klettert einen Rang hoch

Im "World Digital Comptetiveness Ranking 2022" untersuchte das Lausanner Institute for Management Development die digitale Wettbewerbsfähigkeit von 63 Ländern. Die Ergebnisse werden in die 3 Hauptkategorien Wissen, Zukunftsfähigkeit und Technologie unterteilt – mit jeweiligen Unterkategorien.
Im Vergleich zum Vorjahresbericht kann die Schweiz im Gesamtranking einen Rang wettmachen. Neu belegt sie den 5. Platz. Die USA muss sich neu mit dem 2. Rang zufriedengeben, das erste Mal seit Einführung der Studie im Jahr 2017 muss sie den Spitzenplatz an Dänemark abgeben. Den 3. Platz belegt Schweden, den 4. Platz Singapur.
Bei allen Subfaktoren im Bereich Wissen rangiert die Schweiz unter den 10 besten Volkswirtschaften. Auch in den Nebenkategorien des Bereiches Technologie bleibt die Schweiz in einer soliden Position. Wo es hierzulande jedoch schwächelt, zeigt sich im Ranking der Cybersicherheit. Bezüglich der Kapazitäten der Regierung im Bereich der Cybersicherheit hat die Schweiz Nachholbedarf: Hier belegt sie lediglich den 27. von 63 Plätzen. Bei der Frage nach dem Stellenwert von Cybersicherheit für Führungskräfte Rang 15. "Cybersicherheitsmassnahmen für den öffentlichen und privaten Sektor haben oberste Priorität", heisst es im Bericht. Die Regierung und der Privatsektor müssten ihr E-Government vor Cyberattacken schützen, wenn sie im Rennen um die digitale Wettbewerbsfähigkeit weitermachen wollen, so das IMD.
Auch in anderen Faktoren gibt es Raum für Verbesserungen. Im Bereich E-Partizipation liegt die Schweiz etwa auf Rang 18, im Bereich E-Government auf Platz 16.
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Grafik: World Digital Competitiveness Ranking
"Die Schweiz ist auf dem Weg, eine voll entwickelte digitale Nation zu werden, mit einer zufriedenstellenden digitalen Infrastruktur und Regulierung, Daten-Governance und digitalen Einstellungen", sagt Arturo Bris, Director des World Competitiveness Center des IMD. "Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft wird jedoch die Einführung eines digitalen Identitätsprogramms im Land sein. Die Spitzenreiter in der Rangliste, wie Dänemark und Singapur, sind in dieser Hinsicht bereits wegweisend."

Schweizer E-Gov im Rückstand

Dass man hierzulande im Bereich E-Government Verbesserungspotenzial hat, zeigt auch der zweijährliche United Nations E-Government Survey 2022. Dafür haben Expertinnen und Experten die digitalen Infrastrukturen der 193 Uno-Mitgliedstaaten bewertet.
Die Schweiz belegt in diesem Ranking Platz 23, das ist ein Rang hinter Deutschland und zwei Ränge vor Liechtenstein. Das Podest belegen Dänemark, Finnland und Südkorea, die gemäss der Umfrage die besten digitalen Angebote bereitstellen.
Geht es um den direkten Vergleich der digitalen Infrastruktur in grossen Städten, so belegt Zürich den 14. Platz. Den Spitzenplatz teilen sich Berlin und Madrid, auf Rang 3 befindet sich Tallinn, gefolgt von Kopenhagen auf Platz 4 sowie Dubai, Moskau, New York und Paris auf dem gemeinsamen 5. Platz.
Viele Länder hätten ihren institutionellen und rechtlichen Rahmen für das E-Government gestärkt. Der höhere Gesamtwert sei insbesondere auf Fortschritte bei der Telekommunikations-Infrastruktur zurückzuführen. Aber auch das Angebot von Online-Diensten habe sich verbessert, so der Uno-Bericht. In einigen Staaten gebe es jedoch noch Nachholbedarf.
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Foto: United Nations E-Government Surveys
Der E-Government-Survey sowie auch das Ranking der digitalen Wettbewerbsfähigkeit sind online abrufbar.

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