Seco rüstet neues Auszahlungssystem auf

8. April 2026 um 10:04
image
Foto: Colossus Cloud / Pixabay

Das Auszahlungssystem der Arbeitslosenkassen läuft angeblich mittlerweile stabil. Um die Performance zu verbessern wurden jüngst neue Server in Betrieb genommen.

Die Probleme mit dem neuen Auszahlungssystem der Schweizer Arbeitslosenkassen sind auch vier Monate nach der Inbetriebnahme nicht vollständig behoben. Asal 2.0 habe zwar mittlerweile die erforderliche technische Stabilität erreicht, bei der Systemgeschwindigkeit gebe es aber weiterhin "Optimierungsbedarf", teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit.
Die Behörde habe bei der schweizweiten Einführung des neuen Systems am 6. Januar mit Kinderkrankheiten gerechnet, sagte Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, an einer Medienkonferenz. Jedoch habe man nicht damit rechnen können, dass gleichzeitig ein anderes System ausfalle. Dieser Umstand habe zu einem "grossen Sonderaufwand" geführt, den die Mitarbeitenden der Arbeitslosenkassen zu leisten hätten. "Sie machen am Morgen, am Abend, teilweise auch am Wochenende Überstunden, um den Rückstand aufzuholen." Es brauche viel Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz.

Neue Server für mehr Geschwindigkeit

Etwas besser sei die Situation bei der IT, so Cosandey. Deren Mitarbeitende müssten nicht mehr Brände löschen, sondern könnten endlich die Geschwindigkeit des neuen Systems verbessern. Erste Erfolge sind laut dem Seco schon erzielt worden. So seien beispielsweise neue Server in Betrieb genommen worden.
Insgesamt bewerteten die IT-Fachleute die Situation in der ersten Februarwoche mit einem Durchschnittswert von 1,96 von maximal 10. Mittlerweile sei dieser Wert bei 4,85.
Diese Fortschritte zeigen sich auch im Auszahlungsvolumen: Ende März entsprachen die ausbezahlten Beträge den gemäss Hochrechnungen des Seco erwarteten Werten. Rückstände bestehen derzeit insbesondere noch bei den Neuanmeldungen. Sie werden kontinuierlich abgebaut. Die vollständige Abarbeitung wird voraussichtlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Bei finanziellen Engpässen können sich die Versicherten bei ihrer Arbeitslosenkasse melden, um Vorschüsse zu beantragen. "Es geht noch mehrere Wochen, bis wir wieder im grünen Bereich sind", stellte Cosandey in Aussicht.
(Mit Material von Keystone-sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

OpenAI verliert im EU-Markenstreit

Die Wortmarke "OpenAI" kann in der Europäischen Union nicht rechtlich geschützt werden. Sie suggeriere, dass Produkte auf frei zugänglicher Künstlicher Intelligenz basieren.

publiziert am 15.7.2026
imageAbo

Basel-Land will Gever-Lösung neu ausschreiben

Der Kanton will seine Geschäftsverwaltungssoftware neu ausschreiben. Hintergrund sind strategische Weiterentwicklungen beim Lieferanten und beschaffungsrechtliche Vorgaben.

publiziert am 15.7.2026
image

Kundendaten der Industriellen Werke Basel gestohlen

Bei einem Dienstleister des Basler Energieversorgers haben Cyberkriminelle einen Adressdatensatz erbeutet. Die kantonale Datenschutzbeauftragte sieht ein geringes Risiko.

publiziert am 15.7.2026
imageAbo

Ransomware-Bande bekennt sich zu Angriff auf Genfer Erwachsenenbildung

Die Gruppe Dragonforce will 850 Gigabyte an Daten von Ifage erbeutet haben. Die Stiftung hatte bereits vor einem Abfluss sensibler Daten gewarnt.

publiziert am 14.7.2026